Takeaway.com

Weichen für Liefer-Giganten gestellt


Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.
Takeaway.com/Just Eat
Takeaway.com und Just Eat sollen ein Unternehmen werden.

Vergangene Woche sickerten die Pläne durch, jetzt reichte Takeaway.com offiziell das Angebot für die Übernahme von Just Eat ein. Die Vorstände beider Unternehmen haben sich bereits geeinigt, zum gemeinsamen Unternehmen Just Eat Takeaway.com N.V. zu fusionieren.

Die neue Gesellschaft wäre eine der weltgrößten Liefer-Plattformen: 2018 vermittelten die beiden Anbieter in allen Märkten gemeinsam 360 Mio. Bestellungen in Höhe von 7,3 Mrd. Euro, so heißt es in Mitteilungen der Unternehmen. Die beiden Lieferspezialisten könnten sich erfolgreich ergänzen, da sie sich bislang in wenigen wichtigen Ländermärkten Konkurrenz machen. "Momentan sind beide Unternehmen nur in einem gemeinsamen Ländermarkt vertreten: der Schweiz", sagt Takeaway.com-Investor-Relations-Manager Joris Wilton. "Mit der Fusion wollen wir eines der weltweit führenden Food-Delivery-Unternehmen schaffen." Dazu gehören marktführende Positionen etwa in den Ländermärkten Großbritannien, Niederlande, Deutschland und Kanada.

Für die Fusion sollen die Aktien von Just Eat in solche von Takeaway.com umgewandelt werden. Den bisherigen Just Eat-Aktionären sollen pro Aktie 0,09744 Takeaway.com-Aktien angeboten werden. Das Angebot entspräche einer Prämie von 15 Cent pro Aktie über dem Kurs vom 26. Juli 2019, dem letzten Handelstag, bevor beide Unternehmen ihre Fusionspläne ursprünglich verkündeten. Rein rechnerisch hielten damit am neuen Unternehmen die Aktionäre von Just Eat etwa 52,2 Prozent, die von Takeaway.com 47,8 Prozent.

Über Takeaway.com
  • Heimatmarkt Niederlande
  • Länder mit Marktführerschaft (eigene Angaben) Niederlande, Deutschland, Belgien, Polen, Österreich, Israel, Bulgarien
  • Weitere Ländermärkte  Schweiz, Rumänien, Portugal, Luxemburg
  • Bestellungen 1. HJ 2019: Niederlande 18,5 Mio. (+18 % zu Vj.), Deutschland 27,9 Mio. (+85 %), Insgesamt 71,0 Mio. (+70 %)

Aktionäre müssen noch zustimmen

Die Aktionäre beider Unternehmen müssen noch zustimmen. Die Führungsebenen beider Unternehmen kündigten aber bereits an, ihren Shareholdern die Zustimmung uneingeschränkt zu empfehlen. Takeaway.com-Großaktionär, die Holding Gribhold von CEO Jitse Groen hat seine Zustimmung bereits signalisiert. Gribhold hält etwa 25 Prozent der Takeaway.com-Aktien. Die Generalversammlungen der Shareholder beider Unternehmen für die endgültige Zustimmung sollen bis zum 20. Dezember 2019 stattfinden.

Die Aktien beider Unternehmen reagierten in der vergangenen Woche unterschiedlich auf die Ankündigungen. Während die Just Eat-Aktie nach der ersten Ankündigung am 29. Juli zunächst um gut ein Viertel auf einen Preis von 7,80 britische Pfund zulegte, pendelte sich der Preis bis zum 2. August auf 7,34 Pfund ein.  Die Aktie von Takeaway.com gab in der ersten Augustwoche zunächst um rund 8 Prozent nach.
Führungs-Personalien für Übernahme stehen
Im Falle der Fusion stünden auch schon erste Personalien fest. Der momentane Just Eat-Aufsichtsratsvorsitzende Mike Evans soll diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen einnehmen, der aktuelle Takeaway.com-Aufsichtsratsvorsitzende Adriaan Nühm würde Vize-Vorsitzender.

Takeaway.com-CEO Jitse Groen soll diesen Posten im Gesamtunternehmen übernehmen. Just Eat-CFO Paul Harrison übernähme den Plänen nach diesen Posten für das fusionierte Unternehmen, der momentane Takeaway.com-CFO Brent Wissink teilte sich mit Lieferando-Gründer und Takeaway.com-COO Jörg Gerbig die Stelle des Chief Operating Officers (COO). Der gemeinsame Firmen-Sitz soll Amsterdam sein, wichtige Teile des operativen Geschäfts sollen aber weiter in Großbritannien geführt werden.


stats