Tarifeinigung

McDonald's und Co: Löhne steigen bis 2024 kräftig

Warnstreiks von Angestellten wie hier im Februar in Magdeburg haben den Druck auf eine Einiging im Tarifstreit erhöht.
NGG
Warnstreiks von Angestellten wie hier im Februar in Magdeburg haben den Druck auf eine Einiging im Tarifstreit erhöht.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) haben sich auf den Abschluss eines neuen Tarifvertrages mit höheren Löhnen geeinigt.

 Nach zuvor drei ergebnislosen Verhandlungen konnte heute unter Mitwirkung des Schlichters Dr. Harald Wanhöfer, Präsident des Landesarbeitsgerichts Bayern, eine Einigung erzielt werden. Demnach steigen die Löhne und Ausbildungsvergütungen bei McDonald’s, Burger King, Starbucks und Co. ab dem 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2024 um 27,7 Prozent.
Die Rahmendaten des neuen Tarifvertrages sind in der Tarifgruppe 2:
  • Die Löhne steigen ab 1.7.2020 auf 10,00 Euro
  • ab 1.1.2021 auf 10,50 Euro
  • ab 1.1.2022 auf 11,00 Euro
  • ab 1.1.2023 auf 11,50 Euro
  • ab 1.12.2023 auf 12,00 Euro

Alle neuen Beschäftigten kommen spätestens nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit automatisch in die Tarifgruppe 2. In allen Tarifgruppen steigen die Löhne prozentual gleich zwischen 4,35 und 6,38 Prozent an.

Freddy Adjan, stellvertretender NGG-Vorsitzender, erklärte zum Tarifabschluss: „Die geforderten 12 Euro mindestens pro Stunde werden erreicht – allerdings deutlich später als von uns gefordert. Die vereinbarten überdurchschnittlichen Lohnerhöhungen haben es der Tarifkommission nicht möglich gemacht, dieses Ergebnis abzulehnen: Spätestens zum 1. Dezember 2023 erhält ein Beschäftigter in Tarifgruppe 2 zum Beispiel 440 Euro mehr pro Monat. Dieser Tarifvertrag ist ein Schritt in die richtige Richtung raus aus dem Niedriglohnbereich. Ohne den Einsatz der Beschäftigten bei Warnstreiks und zahlreichen öffentlichen Aktionen wäre dieses Ergebnis auf keinen Fall möglich gewesen.“

Der zwischen NGG und BdS vereinbarte Tarifvertrag gilt für rund 120.000 Beschäftigte.

Harte Verhandlungen

"Die Verhandlungen waren hart und intensiv. Jede Seite musste deutliche Zugeständnisse machen und Kompromisse eingehen, um hier zu einem Abschluss zu kommen. Am Ende allerdings können beide Tarifpartner das Ergebnis als ausgewogen vertreten und in ihre Mitgliedschaft tragen", erläuterte Schlichter Wanhöfer das Ergebnis der zweitägigen Schlichtungsrunde.

Dieser Einschätzung stimmt Sandra Mühlhause, Präsidentin des BdS, zu und fügt an: "Ein gutes Ergebnis für die Branche mit ihren 120.000 Beschäftigten! Jetzt haben wir Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Das ist entscheidend. Dieser neue Tarifvertrag ist damit ein wichtiger Baustein, um den wirtschaftlichen Erfolg in den nächsten Jahren fortsetzen zu können. Ich danke der BdS-Tarifkommission sowie BdS-Hauptgeschäfts- und Verhandlungsführerin Andrea Belegante für ihre zielführende Arbeit für die Branche und den unermüdlichen Einsatz für eine weiterhin bestehende 100-prozentige Tarifbindung."


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