Tierwohlkennzeichen

Neues Logo soll Transparenz schaffen

Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens für Schweine.
BMEL
Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens für Schweine.

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) hat heute Kriterien für ein neues staatliches Tierwohlkennzeichen vorgestellt. Das Siegel soll zunächst für Schweine gelten, eine Ausweitung auf Geflügel soll noch erfolgen.

Das sogenannte Tierwohlkennzeichen, das heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, soll für mehr Transparenz im Supermarkt sorgen: Das neue Siegel soll Vorgaben für Ställe, Transport und Schlachtung von Schweinen machen.

Geht es nach Klöckner, sollen Verbraucher am aufgedruckten Logo erkennen können, wie viel Tierwohl im angebotenen Fleisch steckt. Tierhalter würden somit für Mehrinvestitionen belohnt werden. Zu den Kriterien für eine Vergabe des Siegels zählen unter anderen mehr Platz für die Tiere, keine betäubungslose Ferkelkastration und mehr Tierschutz bei der Schlachtung.

Die Einstiegsstufe (nur etwas bessere Bedingungen) des Kennzeichens bis zur Premiumstufe (deutliche Verbesserungen) sollen über den gesetzlichen Mindeststandards liegen und "das Leben von Tieren von der Geburt bis zur Schlachtung positiv verändern", heißt es.

Ab 2020 im Handel

Das staatliche Siegel soll ersten Meldungen nach ab 2020 für Schweinefleisch in den Handel kommen. Eine Ausweitung auf Geflügel ist ebenfalls geplant.

"Verbraucher wollen wissen, wo mehr Tierwohl drinsteckt, sie wollen das beim Einkauf auch erkennen können. Deshalb dürfen nur diejenigen mit dem staatlichen Tierwohlkennzeichen werben, die verpflichtend und überprüfbar höhere Kriterien von der Geburt bis zur Schlachtung des Tieres eingehalten haben", so Klöckner. Im Übrigen sei auch das Bio-Siegel freiwillig und nicht verpflichtend und bis heute ein Erfolg.

Der Demeter-Verband übt indes Kritik am Kennzeichen. Das Siegel ist "weder verpflichtend, noch umfasst es alle Tierwohlstufen. Damit wird es keine lenkende Wirkung entfalten und seinen Zweck verfehlen, wirklich mehr Tierwohl zu bewirken", heißt es in einer Mitteilung.
Kritierien-Auswahl:
  •     mehr Platz für die Tiere,
  •     mehr Beschäftigung und Raufutter,
  •     stärkere Buchtenstrukturierung,
  •     keine betäubungslose Ferkelkastration,
  •     längere Säugephase,
  •     Tiergesundheitsbenchmarking,
  •     mehr Tierschutz bei der Schlachtung,
  •     regelmäßige Tierschutzfortbildung der Tierhalter,
  •     Tränken, die ein Saufen aus offener Fläche ermöglichen.

Eine Zusammenfassung der Kriterien gibt es auf der Internetseite des Landwirtschaftsministeriums.

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