Top 100 Produktanalyse: Pizza

Globales Nationalgericht – Italienisch funktioniert universell

Pizza funktioniert emotional und universell.
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Pizza funktioniert emotional und universell.

Das Konsum-Profil im Außer-Haus-Markt sieht ziemlich anders aus als jenes in den eigenen vier Wänden. Der Kontext ist ein anderer.  Ja, die italienische Küche ist in der Gastronomie unser kulinarisches Rahmenwerk, ebenso wie die deutsche.

Und zwar auf jedem Niveau – von Snack-Food bis Fine Dining. Praktisch überall auf der Welt steht sie sehr gleichwertig neben dem heimischen Essen (und Trinken). Zu ihren großen Stärken zählt, dass es sich dabei um eine Generalistenküche handelt – mit Attributen, die unglaublich gut in unsere Zeit passen: natürlich, frisch, einfach, preisattraktiv, emotional – und: Lifestyle betont.
Die Schlüsselprodukte Pizza und Pasta erlauben bei Foodservice sowohl kleine Preise als auch gute Margen, sprich ein profitables Geschäft. Diese Tatsache wird in vielen kulinarischen Analysen unterschlagen, ist aber unternehmerisch hochgradig relevant.

Verglichen mit der französischen gilt für die italienische Küche folgender Dreizeiler:
  • weniger Fleisch
  • weniger Arbeit
  • weniger Kosten
Natürlich, Einzelküchen aus Asien, Arabien und Südamerika sind 2020 spitzer, trendiger in ihrem Einfluss auf Angebots- und Konzeptfortschreibungen. Das jedoch holt Pizza und Pasta nicht von ihrem Sockel.

Italienische Küche spricht alle an

Italienisches, oder erweitert betrachtet, mediterranes Essen hat Freunde in jeder Einkommensklasse, jeder Altersgruppe oder jeder politischen Partei. Auch dieses charakteristische Merkmal darf als Vorteil verstanden werden – es macht die Angebote breitenfähig und damit massentauglich.

Kein anderes Land der Welt hat in den letzten 50 Jahren so viel Food-Exportgut und global bekannte wie auch hochgradig beliebte Exportstars hervorgebracht wie Italien.

Die Botschaft von italienischem Essen ist vollgepackt mit Leidenschaft und Lebenslust, ein nahezu perfektes Klischee für Verkaufserfolg.

Zweite Heimat Italien

So war und ist Italien ein top Land, um immer neue Foodservice-Bestseller zu finden. Und dies impliziert auch Zutaten, um gegebene Rezepte moderne, frischer und peppiger zu machen.

Unterm Strich steht: Kulinarisch ist Italien längst unsere zweite Heimat geworden. Viele Speisen und Getränke sind spätestens seit der Jahrtausendwende domestiziert, vor allem im Denken und Leben jüngerer Generationen.

Es gilt: McDonald’s mit seinem Burger-Sortiment ist global das lokale Restaurant. Doch Pizza hat es geschafft, global zu einem lokalen Bestseller zu werden.

Pizza ist das globale Nationalgericht – grenzenlos beliebt, grenzenlos anpassungsfähig und ein grenzenloser Botschafter unkomplizierten Essens. Wie sagen die Soziologen so schön? Ein klassenloser Favorit bei Arm und Reich gleichermaßen.

Zu diesem Phänomen gehört obendrein, dass es alle Vertriebskanäle bedient – vom Supermarkt mit seinen Tiefkühltruhen über Home Delivery, Quick- und Fullservice-Gastronomie bis Gourmet-Restaurants mit Italo-Profil.
Über Gretel Weiß und die Top 100
Gretel Weiß ist Herausgeberin der gastronomischen Wirtschaftsfachzeitschriften der dfv Mediengruppe und führende Expertin für den Außer-Haus-Markt. Die gelernte Bäuerin und diplomierte Betriebswirtin beobachtet und befragt die Branche seit mehr als drei Dekaden. Seit 1982 erstellt sie die Top 100 der deutschen Profi-Gastronomie. Eine Umsatzanalyse ergänzt durch qualitative Recherchen über ausgewählte Marktsegmente, Restaurant-Marken und Produkte.  
Kernergebnisse für 2019: 6,1 Prozent Umsatzplus bei den Top 100, gut ein Viertel kommt vom Marktführer McDonald's (Umsatz 2019 geschätzt: 3,68 Mrd. €, +5,9 %). Gestiegene Durchschnittsbons treiben das Wachstum. Die Exklusiv-Analyse umfasst – Anschlussliste mitgerechnet – mehr als 21.700 Betriebe mit mehr als 16,5 Mrd. Euro Nettoerlösen.



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