Kempinski AG

Übernahme der Minderheitsaktien

Auf der Hauptversammlung der Kempinski AG am 23. August in München wurde beschlossen, die Minderheitsaktionäre des sich indirekt mehrheitlich in Besitz des thailändischen Königshauses befindlichen Unternehmens abzufinden. Damit wird die Kempinski AG noch in diesem Jahr von der Börse verschwinden. Den wenigen freien Aktionären, die einen Anteil von 1,8 Prozent am Unternehmen halten, werden 363,70 Euro je Aktie geboten. Somit beläuft sich der Aktienwert der Kempinski AG mit Europasitz in Genf auf etwa 140 Mio. Euro. Seit 1998 ist die Immobiliengruppe Siam Sindhorn Hauptaktionär des Unternehmens. Hinter Siam Sindhorn stehen das Crown Property Bureau, das die wirtschaftlichen Interessen des thailändischen Königshauses vertritt, sowie die Siam Commercial Bank. Durch die geplante Übernahme der restlichen Anteile will der Eigner Kostenspareffekte erzielen. Mit dem Abschied von der Börse würden entsprechende Verpflichtungen wie Publizitätspflicht künftig entfallen. Zur Hauptversammlung wurde außerdem der Konzernzwischenbericht für das erste Halbjahr 2002 vorgestellt. Der Umsatz der von Kempinski betriebenen und im Management geführten Hotels belief sich in den ersten sechs Monaten 2002 auf 176,3 Mio. - und lag damit 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Vor allem der Umsatz der deutschen Kempinski-Hotels musste aufgrund der verringerten Gästezahl aus dem Ausland deutliche Einbußen hinnehmen. Die Umsätze fielen von 86,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2001 auf 79,9 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Während der Umsatz der deutschen Hotelbetriebe im Vergleich zum Vorjahr insgesamt niedriger ausfiel, konnte der Gesamtumsatz der Gruppe durch Zuwächse in Russland, Ungarn, China und Spanien ausgeglichen werden. Der Gesamtumsatz der ausländischen Hotels im Berichtszeitraum konnte von 92,3 Mio. Euro auf 96,4 Mio. Euro gesteigert werden. Die Erträge für die erste Jahreshälfte belaufen sich bei Kempinski auf 36,3 Mio. Euro gegenüber 40,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2001. Nach Steuern und außergewöhnlichen Erträgen, die den Verkauf des Hotelgrundstückes in Gravenbruch beinhalten, konnte die Gruppe einen Gewinn von 6,2 Mio. Euro erzielen. Auch für die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr erwartet Kempinski kaum eine Besserung. Insgesamt wird für das Jahr 2002 mit einem negativen operativen Konzernergebnis gerechnet. Trotzdem will Kempinski auf Expansionskurs bleiben. Vor allem im Ausland sieht das Unternehmen Wachstumschancen. Managementverträge wurden für das Grand Hôtel des Bains in St. Moritz, das im Dezember 2002 eröffnen soll, und jeweils ein Kempinski Hotel in Honduras und Thessaloniki, die im kommenden Jahr ihre Pforten öffnen, unterzeichnet. Außerdem stehen Hoteleröffnungen im Mittleren Osten bevor: Jeweils im Jahr 2004 sollen Häuser in Hurghada und Abu Dhabi eröffnen, ein weiteres Hotel in Kairo folgt im Jahr 2005. Andererseits wollen die Eigentümer der Hotels in Odessa und Jakarta die Managementverträge mit der Kempinski Hotels S.A. beenden.



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