Valora Geschäftsbericht

2019 in der Erfolgsspur

Als abgeschlossen gilt die Integration der Backshop-Formel BackWerk in die neue Geschäftseinheit Food Service DE von Valora.
Valora
Als abgeschlossen gilt die Integration der Backshop-Formel BackWerk in die neue Geschäftseinheit Food Service DE von Valora.

Über den Erwartungen schließt der Schweizer Spezialist für Foodservice und Convenience an Verkehrsstandorten, Valora, das Geschäftsjahr 2019: plus 35 Prozent fürs Konzernergebnis gegenüber Vorjahr. Das Unternehmen baut sein zukunftsträchtiges Foodvenience-Geschäft weiter aus – überhaupt haben die Geschäftsbereiche Foodservice und Retail (in D/LU/AT) einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg geleistet, heißt es aus dem Mutterkonzern von Ditsch und Backwerk.

Mit einem Konzernergebnis von absolut 73,7 Mio. Schweizer Franken (CHF), das entspricht einem deutlichen Wachstum von +35 Prozent gegenüber 2018, schließt Valora, der Schweizer Spezialist für Verkehrsstandorte, das Geschäftsjahr 2019 ab. Unterstützt wurde dieses Ergebnis durch außerordentliche Steuereffekte und eine Wertberichtigung auf nicht fortgeführte Geschäfte 2018, heißt es dazu.

Ebenfalls über den Erwartungen, die das Unternehmen auf 90 Mio. CHF beziffert hatte, präsentiert sich der EBIT 2019 mit 91.5 Mio. CHF (unter Vorjahr: 2018 96,3 Mio. CHF) – die Geschäftsfelder Foodservice und Retail leisteten dazu einen maßgeblichen Beitrag. Die EBIT-Marge liegt bei 4,5 Prozent (Vj. 4,7 %).

Dazu heißt es von Valora: "Der EBIT fällt mit CHF 91,5 Mio. niedriger aus als 2018 mit 96,3 Mio. CHF, liegt jedoch über dem erwarteten Wert. Die Valora Gruppe verzeichnet ein starkes Geschäftsjahr 2019. So schließt die Foodvenience-Anbieterin das erste Übergangsjahr nach der Zuschlagserteilung der SBB, durch die sich das Unternehmen 262 attraktive Standorte bis ins Jahr 2030 sicherte, erfolgreich ab."

Berücksichtigt man die Übernahme der SBB-Units, würde das EBIT-Wachstum +4,4 Prozent betragen, bereinigt um die Sonderkosten des Schweizer Retails von -9,0 Mio. CHF aus der SBB-Ausschreibung. Einen Anteil von 35 Prozent steuerte Retail (D/LU/AT) dazu bei, das Segment Foodservice leistete einen Beitrag von 18 Prozent, womit beide Geschäftsfelder das insgesamt herausfordernde Geschäftsjahr 2019 bei Retail Schweiz ausgeglichen haben, heißt es von Valora.

Höhere Umsätze im Food-Bereich

Für den Systemumsatz (2.680,6 Mio. CHF; +/-0 %) und den Netto-Umsatzerlös (2.029,7 Mio. CHF; -0,8 %) vermeldet Valora Stabilität. Allerdings seien die Umsatz in den Foodvenience-Kategorien (Gruppenumsatz ohne Presse, Bücher und Tabak) um +2,2 Prozent bzw. +2,9 Prozent gestiegen.

Dies sei in erster Linie den höheren Umsätzen im Food-Bereich zu verdanken, so Valora. Auch der Bruttogewinn habe sich um + 1,3 Prozent verbessert (auf 917,2 Mio. CHF), ebenso die Bruttogewinnmarge um +1,0 Prozent-Punkte auf 45,2 Prozent – dies sei insbesondere auf die genannten vorteilhaften Verschiebungen im Produktmix zurückzuführen, heißt es aus der Gruppe.

Das Geschäftsfeld Foodservice verzeichnete ein durchweg erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 mit einem kräftigen Wachstum auf vergleichbaren Flächen. Die Same Store Sales stiegen in der Schweiz um 3,0 Prozent, in Deutschland um 1,6 Prozent. Im B2B-Geschäft wurde sogar ein Umsatzrekord verbucht, da die Kapazitäten in der Laugenbackwaren-Produktion größtenteils voll ausgelastet waren.

Free Cashflow stark gewachsen

Der Free Cashflow verzeichnete trotz ver-stärkter Investitionsaktivitäten ein deutliches
Wachstum von +55,1 Prozent auf 76,0 Mio. Schweizer Franken – mit einem höheren Net Working Capital, das die verstärkten Investitionsaktivitäten überkompensiert, heißt es dazu.

Meilensteine 2019

Als großen Erfolg wertet Valora die Übernahme der 262 SBB-Standorte innerhalb des Retail-CH-Geschäftsfeldes. "Damit unterstreicht Valora ihre Position als führende Kioskbetreiberin in der Schweiz und baut gleichzeitig den Convenience-Anteil am Gesamtgeschäft in den kommenden Jahren aus", heißt es.

Auch in puncto Digitalstrategie geht es voran: Hier gelten die im April 2019 lancierten Konzepte, der erste kassenlose Convenience Store Avec Box und der Future Store Avec X im Zürcher Hauptbahnhof, als wichtige Meilensteine.
Über Valora
Das Schweizer Unternehmen ist in erster Linie an Verkehrsstandorten in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Luxemburg, Niederlande und Frankreich tätig. Neben Kiosk-Konzepten gehören die Foodservice-Marken Ditsch, Brezelkönig, Caffè Spettacolo und Backwerk zum Portfolio. Ebenso betreibt Valora eine der weltweit führenden Produktionen von Laugengebäck und profitiert im Bereich Backwaren von einer stark integrierten Wert-schöpfungskette. Valora erzielt nach eigenen Angaben jährlich einen Außenumsatz von über 2,7 Mrd. Schweizer Franken. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich in Muttenz, Schweiz. In Deutschland betrug der Foodservice-Umsatz (netto) im Jahr 2018 geschätzt 264 Mio. Euro bei 514 Units (Stand: 31.12.2018, Quelle: foodservice Top 100)
Mittlerweile abgeschlossen seien die Integration des B2C-Brezel-Formates Ditsch und der Backshop-Formel Backwerk in die neue Geschäftseinheit Food Service DE. Für die kombinierte Plattform gebe es bereits erste Synergieeffekte.

Ebenfalls erfolgreich umgesetzt habe man die Kapazitätserweiterung in der Laugenbackwaren-Produktion: Zwei der drei neuen Produktionslinien in den USA und in Deutschland wurden im vierten Quartal 2019 in Betrieb genommen. "Die dritte Produktionslinie soll zu Beginn des zweiten Quartals 2020 in Deutschland folgen", so die Ankündigung.

Auswirkungen der SBB-Investitionen

Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2020 kündigt Valora für die Investitionen in die Erneuerung der SBB- Verkaufsflächen an. Hier geht der Schweizer Spezialist für Verkehrsstandorte von einem gleichbleibenden EBIT von 85 bis 91 Mio. Schweizer Franken aus. Mittelfristig erwarte man einen Anstieg der EBIT-Marge auf etwa 5 Prozent im Jahr 2022, wenn die Umwandlung der SBB-Verkaufsflächen abgeschlossen sein wird. Dies entspricht den bestätigten langfristigen operativen Zielen bis 2025, die ein jährlichen Wachstum der EBIT-Marge von durchschnittlich +0,2 Prozent-Punkten vorsehen.

Erwartungen 2020 fürs Foodvenience-Segment

Im Juni 2019 stellte Valora seine neu entwickelte Strategie 2025 vor – unter anderem beflügelt von der SSB-Übernahme. "Die Implementierung der Strategie 2025 markiert eine neue, wachstumsorientierte Phase mit Food als wichtigstem Einflussfaktor. Mit unserem Geschäftsmodell sind wir gut aufgestellt, um von der zunehmenden Mobilität, mehr Außer-Haus-Verzehr und Impulskäufen sowie von der wachsenden Bedeutung der Digitalisierung auf unseren Alltag zu profitieren", sagt dazu Michael Mueller, CEO der Valora Gruppe.

Als wichtigste Handlungsfelder für das laufende Jahr definiert er den Umbau der Verkaufsstellen an SBB-Standorten mit stärkerem Fokus auf Convenience, den Ausbau des B2B-Geschäfts mit Laugenbackwaren dank der höheren Produktionskapazität sowie generell höhere Food-Verkäufe in allen Formaten. "Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für 2020 zu erreichen", so Michael Mueller.


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