Vapiano

Eintritt der Zahlungsunfähigkeit

Vapiano meldet wegen Coronakrise Liquiditätsprobleme.
Imago Images/Zuma Press
Vapiano meldet wegen Coronakrise Liquiditätsprobleme.

Vapiano verzeichnet wegen der aktuellen Coronakrise nach eigenen Angaben weitere drastische Umsatzeinbußen und erwartet einen weiteren Rückgang des Ergebnisses. Zwischenzeitlich mussten aufgrund der Einschränkungen durch die aktuelle COVID-19 Krise weltweit mehr als 230 Restaurants schließen.

In Deutschland sind seit gestern Abend bundesweit alle 55 durch den Vapiano-Konzern betriebenen Restaurants auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Situation hat sich im Nachgang zu der per Ad hoc-Mitteilung vom 16. März 2020 beschriebenen Lage dergestalt entwickelt, dass Vapiano aktuell fast keine Umsätze mehr generiert, während Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter anfallen, heißt es in einer Mitteilung.

Dies bedeute nunmehr einen weiteren Umsatzrückgang von über 20 Prozent (Q1 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), einen weiteren signifikanten Anstieg des Liquiditätsbedarfs und Rückgang des bereinigten EBITDA sowie des Konzerngesamtergebnisses im ersten und zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Niveau des jeweiligen Vorjahreszeitraums.

Insolvenzgrund

"Aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs ist zum heutigen Tag der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit für die Vapiano SE eingetreten. Nach derzeit geltender Rechtslage ist der Vorstand verpflichtet, ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber innerhalb von 3 Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen", schreibt das Unternehmen.
Der Vorstand werde vor diesem Hintergrund nun laufend sorgfältig prüfen, ob für das Unternehmen die Einleitung des Insolvenzverfahrens innerhalb vorgenannter Frist abgewendet werden kann, heißt es. Und weiter: "Insbesondere wird Vapiano kurzfristig Anträge unter den von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten finanziellen Unterstützungsprogrammen im Rahmen der COVID-19 Krise stellen."

Nur wenn rechtzeitig und in ausreichendem Maße staatliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, kann laut Vapiano die entwickelte umfassende Finanzierungslösung mit den wesentlichen Aktionären und den finanzierenden Banken, auf deren Kernpunkte man sich bereits vor der COVID-19 Krise geeinigt hatte, abgeschlossen und implementiert werden. "Andernfalls wird Vapiano unverzüglich Insolvenzantrag für die Vapiano SE und, falls erforderlich, für wesentliche Tochtergesellschaften stellen."

Dringender Appell

Die Vapiano SE richtet sich zudem mit einem dringenden Appell an die deutsche Politik und fordert diese auf, die angekündigten schnellen und unbürokratischen Hilfen und Unterstützungsprogramme für Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 besonders stark betroffen sind, zeitnah umzusetzen.
Über Vapiano SE
Zum 30. September 2019 war Vapiano weltweit mit 235 Restaurants präsent. Davon betrieb der Konzern 144 Restaurants in Eigenregie, weitere 91 Restaurants wurden durch Franchisenehmer geführt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 kamen netto vier Restaurants neu hinzu: heißt, fünf Schließungen wurden durch neun Neueröffnungen kompensiert. Für die Eröffnung neuer Restaurants und in die Umgestaltung bestehender Restaurants investierte der Konzern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 25,2 Mio. Euro, die vor allem mit Fremdkapital finanziert wurden.



stats