Vapiano

Neue Vapiano-Chefin an Bord

Die neue Vapiano-Chefin Vanessa Hall startet heute ihren Job in der Kölner Zentrale.
Valéry Kloubert
Die neue Vapiano-Chefin Vanessa Hall startet heute ihren Job in der Kölner Zentrale.

In dem Prozess um die Gesundung des angeschlagenen Vapiano-Konzerns spielen verschiedene Faktoren eine Rolle - es geht in erster Linie darum, jetzt endlich einmal Ruhe in den gesamten Laden zu bringen. Das wird eine der zentralen Aufgaben der neuen Chefin Vanessa Hall sein. Aber es gibt noch weitere.

Ruhe für die notwendigen Maßnahmen der Zukunftssicherung und auch Ruhe für die rund 7000 Mitarbeiter. Denn die bleiben immer noch die besten Botschafter für eine starke Marke und ihnen wird somit in den kommenden Monaten ganz sicher eine signifikante Rolle in der erfolgreichen Restrukturierung der Pizza- und Pastakette zufallen. Die Weichen für die Neuaufstellung des Konzerns hatte schon der scheidende CEO Cornelius Everke gestellt.

Die Britin Vanessa Hall, die jetzt den Chefsessel in Köln übernimmt, wird daran nichts ändern und diesen Kurs mit Vehemenz weiter vorantreiben: mehr und besserer Service am Gast, Verschlankung des Menüs, Zentralisierung von Produktionsprozessen, Reduktion der Wartezeiten. Soweit die Neuerungen im Gastraum, die im Restaurant in der Vapiano-Zentrale am Kölner Schokoladenmuseum bereits erfolgreich umgesetzt wurden und nun als Blaupause für alle anderen gelten sollen. Doch gibt es auch eine Strategie außerhalb des Gastraumes: Re-Franchising lautet hier die Devise. Und das ist für das Überleben noch wichtiger als die angedachte Verschlankung im operativen Geschäft. Eine weitere, geregelte Expansion – so hatte Everke festgestellt, könne man nur zusammen mit den Franchisenehmern stemmen. Schließlich sei das Geld aus dem Börsengang längst ausgegeben. Die meisten seiner rund 230 Restaurants betreibt Vapiano nicht auf deutschem Boden. Dennoch möchte man dem Vernehmen nach mit dem Re-franchisen zuerst im Heimatmarkt ansetzen. Rund 50 der 82 Betriebe in Deutschland (Stand 2018) laufen unter Eigenregie. 

Zusammen mit den Franchisern

Doch Wachstum und Konsolidierung kann in Zukunft eben nur zusammen mit den Franchisenehmern geschehen. Das sind in der Anzahl insgesamt 18 bis 20 Personen, die etwas über 30 Restaurants verantworten und sich bereits vor längerer Zeit in einer Vertretung zusammengeschlossen haben. In ihren Händen liegt also ein großer Anteil an der erfolgreichen Zukunft von Vapiano, denn sie sollen bestimmte Restaurants aus der Eigenregie lösen und natürlich neue an guten Standorten eröffnen. Die Gespräche dazu laufen zurzeit in der Zentrale in der Domstadt. 

Kampf an mehreren Fronten

Vapiano kämpft für seine gute Zukunft also hart an verschiedenen Fronten - zentrale Herausforderungen bilden die Verschlankung von Prozessen bei gleichzeitiger Beschaffung von Kapital. Dazu kommt die Aufgabe, sich von wenig lukrativen Standorten im In- und Ausland schnell zu trennen. Natürlich existiert intern eine Liste mit den potentiellen Kandidaten für eine Schließung. Doch Hindernis für eine schnelle Umsetzung solcher Schließungen sind häufig die langjährig abgeschlossenen Mietverträge. Aus denen kommt man nicht so einfach raus. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch – und die Untervermietung an Dritte stellt hier eine clevere Alternative da.

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