Vapiano Q3

Erste Erfolge, doch Like-for-Like Sales weiter negativ

Vapiano vermeldet für die ersten neun Monate 2019 erste Erfolge der strategischen Neuausrichtung.
Imago Images/Zuma Press
Vapiano vermeldet für die ersten neun Monate 2019 erste Erfolge der strategischen Neuausrichtung.

Zu den Zahlen des 3. Quartals vermeldet Vapiano, dass die konsequente Umsetzung der strategischen Neuausrichtung erste positive Effekte zeige. Allerdings liegt der Umsatz auf vergleichbarer Fläche – die „harte Währung“ der Branche – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 4,2 Prozent weiterhin im Minus (Halbjahreswert -3,2 %), doch stieg der Durchschnittsbon pro Gast um 5 Prozent in der Gruppe.

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres konnte Vapiano den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 295,5 Mio. Euro steigern – ein Plus von 9,3 Prozent bzw. 25,2 Mio. Euro. Als Wachstumstreiber nennt Vapiano vor allem die gute Entwicklung der Ländermärkte Frankreich, Österreich und UK, durch die die leichten Umsatzrückgänge in Deutschland und Schweden mehr als kompensiert werden konnten.
Positive Effekte der Neuausrichtung
Erste neun Monate 2019:
  • Konzernumsatz steigt um 9,3 Prozent auf 295,5 Mio. Euro
  • Konsequente Umsetzung der strategischen Neuausrichtung zeigt positive Effekte bei Durchschnittsbon, Materialaufwandsquote, Rohertragsmarge und Wartezeiten
  • Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2019 bestätigt
  • Joachim Rehkämper übernimmt neu geschaffene Position Vice President Germany
  • Vapiano entwickelt Gästeerlebnis kontinuierlich weiter

Positive Entwicklung des Durchschnittbons pro Gast: Dieser konnte im 3. Quartal gegenüber Vorjahreszeitraum in der gesamten Gruppe um 5 Prozent gesteigert werden. Allerdings liegt eine der wichtigsten Kennziffern der Branche, der flächenbereinigte Umsatz („like-for-like“), für die ersten neun Monate gegenüber Vorjahreszeitraum mit -4,2 Prozent erneut im negativen Bereich, „wie erwartet“, heißt es dazu.

Zum Ergebnis: In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 erzielte Vapiano ein Ebitda von 38,2 Mio. Euro gegenüber 11,8 Mio. Euro im Vorjahr. Ohne die Anwendung der Vorschriften zur Leasingbilanzierung nach IFRS 16, die im Vorjahr noch nicht zur Anwendung gekommen sind, hätte sich ein Ebitda von EUR 6,3 Mio. ergeben.

Das Konzernperiodenergebnis lag in den ersten drei Quartalen mit -46,1 Mio. Euro deutlich über dem des Vorjahreszeitraumes (-29,4 Mio. Euro), der Gewinn ist also weiterhin negativ, „bewegt sich jedoch im erwarteten Rahmen“, so die Formulierung von Vapiano dazu. Im 3. Quartal lag das Periodenergebnis mit -11,8 Mio. Euro nur leicht über dem des Q3 2018 von -11,2 Mio. Euro.

Erste Erfolge

Die Optimierungsmaßnahmen im Zuge der strategischen Neuausrichtung bescheren erste Erfolge: Zum Beispiel verbesserte sich die Materialaufwandsquote in den ersten neun Monaten gegenüber Vorjahreszeitraum um 24,9 Prozent auf 23,6 Prozent. Zudem wirkt sich die Bereinigung der Menükarte durch Fokussierung auf beliebte Gerichte positiv auf die Marge aus und trägt zu kürzeren Wartezeiten in den Restaurants bei.
Comparable Sales, Like-for-Like etc.
Der Umsatz auf bestehenden Flächen, auch unter den Namen Same Store Sales, Comparable Sales oder Like-for-like Sales bekannt, gilt Experten als "harte Währung" der Branche. Hier werden Veränderungen des Systemumsatzes von allen Standorten betrachtet, die mindestens 13 Monate geöffnet sind. Bezugsgröße ist dabei der Vorjahreszeitraum.

Vanessa Hall, CEO der Vapiano SE, äußerte sich zu den ersten drei Quartalen positiv. Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal sei im Rahmen der Erwartungen verlaufen. Die Gesamtjahresprognose für das Jahr 2019 wird bestätigt. „Wir haben einen klar definierten Plan, um unsere Attraktivität für unsere Gäste weiter zu steigern. Die Maßnahmen greifen und haben bereits positiven Einfluss auf das Gästeerlebnis und die operative Entwicklung von Vapiano. Wir freuen uns zudem, dass wir mit Joachim Rehkämper einen ausgewiesenen Restaurantexperten für unseren Heimatmarkt Deutschland gewinnen konnten. Er arbeitet nun seit September an der Weiterentwicklung unseres Restaurantkonzepts.“ 

Über Vapiano weltweit
Zum 30. September 2019 war Vapiano weltweit mit 235 Restaurants präsent. Davon betrieb der Konzern 144 Restaurants in Eigenregie, weitere 91Restaurants wurden durch Franchisenehmer geführt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 kamen netto vier Restaurants neu hinzu: heißt, fünf Schließungen wurden durch neun Neueröffnungen kompensiert. Für die Eröffnung neuer Restaurants und die Umgestaltung bestehender Restaurants investierte der Konzern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 25,2 Mio. Euro, die vor allem mit Fremdkapital finanziert wurden.
2018 erlöste Vapiano einen Umsatz von rund 372 Mio. Euro, schloss das Jahr jedoch mit einem Verlust von 101 Mio. Euro ab. Die Restaurant-Kette versucht nun mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Für 2019 wird ein Verlust im mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet. Bis 2021 hofft das Unternehmen wieder schwarze Zahlen zu schreiben.




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