Vapiano

Schnell raus aus Restaurants in China und Australien


Vapiano will sich aus Ländern wie China, USA und Australien zurückziehen.
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Vapiano will sich aus Ländern wie China, USA und Australien zurückziehen.

Bei einem Umsatz von 372 Mio. Euro musste Vapiano 2018 einen Verlust von 101 Mio. Euro hinnehmen. Dies lag vor allem an hohen Abschreibungen und höheren Betriebskosten im Zuge der schnellen Expansion. Nun will man sich zügig von ganzen Ländermärkten trennen.

Vapianos Schuldenberg wuchs im vergangenen Jahr deutlich an. Die Nettoverschuldung stieg auf 173,7 Mio. Euro, nach 116,2 Mio. Euro im Dezember 2017. Zum Jahresende 2018 verfügte Vapiano nur noch über ein Eigenkapital in Höhe von 46,9 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von 13,3 Prozent entspricht - ein Jahr zuvor waren es noch 37,4 Prozent.


Der neue CEO Cornelius Everke wird das Jahr 2019 dazu nutzen, das komplette Angebot, die Organisation und auch die einzelnen Märkte auf ein für das Unternehmen Vapiano gesundes Niveau zu trimmen. Dazu hat er bereits im Januar die sieben Restaurants in Chicago, New York und Washington an einen Private Equity Fonds verkauft - Everke ist zuversichtlich, das Closing in den kommenden Wochen abzuschließen.

Raus aus Ländermärkten

Nach dem gleichen Vorbild möchte er die sieben australischen Units, an denen Vapiano in einem Joint Venture mit jeweils 75 Prozent beteiligt ist, veräußern. Die Filialen befinden sich in Brisbane, Canberra, an der Gold Coast, Melbourne, Sydney und in Towoomba. 2020 soll das Gastspiel in Down Under spätestens beendet sein. Ebenfalls in diesem Jahr will Everke das Restaurant in Shanghai (China) loswerden. Endweder an einen Interessenten - die Gespräche laufen derzeit. Bei Nichtgelingen wird Everke aber sicher nicht zögern, hier die harte Exit-Strategie zu ziehen. Denn ewig Zeit hat er nicht. Nach Everkes Aussage steht die Finanzierung des Unternehmens momentan unter den sich abzeichnenden Konsolidierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2022. 
Auf dem Parkett
Vapiano war 2017 an die Börse gegangen und forcierte danach eine globale Expansion - sogar in Australien und China ist der markante rote Schriftzug inzwischen zu sehen. In 33 Ländern gibt es 231 Vapiano-Restaurants, davon 81 in Deutschland (Stand Ende 2018). Der Aktienkurs liegt zurzeit bei sechs Euro, Ausgabekurs war bei 23 Euro.

Viele der 32 neu eröffneten Läden in 2018 wurden zu Verlustbringern. Im Zuge dessen gab es mehrere Gewinnwarnungen, der Jahresabschluss musste in diesem Frühjahr mehrfach verschoben werden. Im Mai kam nach zähen Verhandlungen grünes Licht von Banken und Investoren für ein dringend benötigten 30-Millionen-Euro-Kredit.

Like-for-Like minus 3,5 Prozent

Mit dem Geld will der seit Dezember amtierende Vorstandschef Everke wie erwähnt schnell die Abläufe und auch die Menükarte verschlanken und so die Arbeitsabläufe ultimativ verbessern - das Problem langer Warteschlangen soll damit behoben werden. Diese halten die Kundschaft offenbar zunehmend von einem Besuch ab. Die Alarmglocken schrillen bei Vapiano - im ersten Quartal dieses Jahres gingen die Umsätze auf bestehenden Flächen um 3,5 Prozent zurück (2018: -1 %). 



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