Vapiano

Zähes Ringen um die Refinanzierung

Im vergangenen Jahr ging die Pizza- und Pastakette an die Börse.
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Im vergangenen Jahr ging die Pizza- und Pastakette an die Börse.

Neustrukturierung kostet Geld. Um an das benötigte Kapital zu kommen, muss Vapiano die Banken von den Erfolgsaussichten der angestrebten Konsolidierung überzeugen. Das scheint noch nicht der Fall zu sein - kurzfristig verschiebt das börsennotierte Unternehmen den für den 3. Mai angesetzten Termin für den Jahresabschluss 2018.

Im Wortlaut heißt es: "Die Vapiano SE führt derzeit Verhandlungen über eine  Refinanzierung mit den finanzierenden Banken und unter Beteiligung der Großaktionäre Mayfair Beteiligungsfonds II GmbH & Co. KG, VAP Leipzig GmbH & Co. KG und Exchange Bio GmbH im Gesamtvolumen von rund 30 Mio. EUR. Die Refinanzierung soll eine finanzielle Restrukturierung der Gesellschaft sowie die weitere Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung ermöglichen. Die Parteien beabsichtigen die Verhandlungen in Kürze abzuschließen. Da der Abschluss einer Refinanzierungsvereinbarung jedoch Voraussetzung für die abschließende Aufstellung und Testierung des Jahres- und Konzernabschlusses ist, werden die Abschlüsse voraussichtlich erst am 24. Mai 2019 und nicht wie angekündigt am 3. Mai 2019 veröffentlicht werden."

Vapiano steht unter Druck

2017 ging die Kette an die Börse und trieb mit dem Geld der neuen Anteilseigner ihre Expansion voran. Dabei ging es aber offenbar zu schnell voran - Ende 2018 hatte der Konzern 231 Restaurants in 33 Ländern. "Das wahnsinnig schnelle Wachstum nach dem Börsengang war nicht immer hilfreich. Vor allem, weil das auch einherging mit Eintritten in neue Märkte wie Dänemark oder Schottland. Da haben wir uns etwas verzettelt. In dem Jahr nach dem Börsengang wurden nicht nur über 30 Units eröffnet, sondern gleichzeitig noch solche Megaprojekte wie eine neue IT, ein neues Kassensystem und ein neues Warenwirtschaftssystem eingeführt", resümiert CEO Cornelius Everke, der seit Dezember letzten Jahres das Ruder übernommen hat und die Konsolidierung konsequent nach vorne treibt.

Everke will sich mit dem frischen Geld auf den Kernmarkt Europa, und hier insbesondere auf Deutschland und Frankreich, konzentrieren. Weniger lukrative Märkte möchte er nach dem Vorbild USA an interessierte Investoren oder große Franchiser veräußern.

Kurs bei rund sechs Euro

Der Börsenkurs schloss vor dem Maifeiertag bei 6,09 Euro. Vor dem Hintergrund der andauernden Verhandlungen mit den Banken wird die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft nicht wie angekündigt am 5. Juni 2019 stattfinden können; einen neuen Termin will die Gesellschaft gesondert ankündigen.



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