Vor Bund-Länder-Treffen

Schärfere Regeln für Restaurant-Besuche im Gespräch

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Omikron-Variante wird derzeit über die Dauer der Corona-Quarantäne diskutiert.
IMAGO / Bihlmayerfotografie
Vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Omikron-Variante wird derzeit über die Dauer der Corona-Quarantäne diskutiert.

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über die Corona-Lage wird angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante der Ruf nach weiteren Kontaktbeschränkungen lauter. Gesundheitsminister Lauterbach macht sich dafür stark. Aus Berlin kommt nun gar auch der Ruf nach strengeren Zugangsregelungen für Restaurants.

"Wir werden wahrscheinlich noch einmal zulegen müssen", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor den Beratungen von Bund und Ländern. Lauterbach und die Ressortchefs der Länder legten dazu jeweils Vorschläge zu künftigen Quarantäne-Vorgaben vor - mit kürzeren Auszeiten für Personal in wichtigen Versorgungsbereichen, geknüpft an PCR-Tests.

Der Minister warnte davor, die Gefahren durch Omikron wegen der Berichte über leichtere Verläufe herunterzuspielen. Omikron werde bei vielen bleibende Schäden hinterlassen. "Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hier werden viele schwer krank werden", warnte Lauterbach.

Er halte weitergehende Kontaktbeschränkungen für notwendig, sagte der Minister, ohne Details zu nennen. Der beste Schutz vor Omikron seien aber die Booster-Impfungen. Lauterbach rief dazu auf, das hohe Impftempo wie vor Weihnachten wieder aufzunehmen. Gut 40 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen eine Booster-Impfung.

Verschärfte Regel für Gastro-Besuch

Die neue Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Die Grünen) brachte zudem strengere Zugangsregelungen für Restaurants in die Diskussion ein. "Wir sehen, dass jetzt die Zahlen der Omikron-Infizierten sehr, sehr stark ansteigen", sagte die Grünen-Politikerin in einem Interview. "Und ich glaube, wir müssen uns sehr genau unsere Maßnahmen nochmal anschauen."

Gote könne sich vorstellen, dass nur noch Geboosterte Zutritt in Restaurants, Cafés und Bars haben. Alternativ könnten zweifach Geimpfte nur mit einem negativen Testergebnis Zugang bekommen, so die neue Berliner Gesundheitssenatorin.

Vorbereitung für nächsten Booster

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte Bund und Länder vor den Beratungen auf, Vorbereitungen für eine weitere Boosterimpfung gegen das Coronavirus zu treffen, wenn ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht. Entschieden werden müsse auch, ob eine Priorisierung der nächsten Impfungen für besonders gefährdete Personen, ältere Menschen und Personal in der kritischen Infrastruktur stattfinden solle, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Er betonte zugleich, die Reduzierung der Kontakte sei die einzige Möglichkeit, um das Infektionsgeschehen zu begrenzen.

FDP wirbt für Angemessenheit

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir müssen angemessen auf Omikron reagieren. Das können weitere Kontaktbeschränkungen sein, aber auch eine kürzere Quarantäne, um unsere kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten."

Schwesig setzt auf 2G-Plus

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) fordert angesichts der Omikron-Welle möglichst einheitliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf Bundesebene. "Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern bereits strenge Maßnahmen eingeführt, die wir uns jetzt bundesweit erhoffen, zum Beispiel 2G-Plus. Also Zutritt zu vielen Innenbereichen nur noch für Geimpfte oder Genesene plus Test", sagte Schwesig dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Donnerstagsaugabe) mit Blick auf die anstehende Ministerpräsidentenkonferenz.
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