What the Food

Aus dem Scheitern entsteht ein Buch

Ekaterina Bozoukova und Nina Rümmele verarbeiten ihr Scheitern mit What the Food! in einem Buch.
What the Food
Ekaterina Bozoukova und Nina Rümmele verarbeiten ihr Scheitern mit What the Food! in einem Buch.

Voller Optimismus starteten Nina Rümmele und Ekaterina Bozoukova 2015 ihr Healthy-Food-Konzept What the Food!. Sie gewannen Preise, eröffneten einen zweiten Standort - und scheiterten doch. Ihre Erfahrungen wollen sie nun in einem Buch verarbeiten. Finanziert werden soll es durch eine Kickstarter-Kampagne. 

Als What the Food! 2015 im Frankfurter Bahnhofsviertel eröffnete, sah alles so gut aus: ein hochfrequentierter Standort, rundherum viele Banken und Büros, deren Mitarbeiter Wert auf eine gesunde Ernährung legen, zwei Gründerinnen mit viel BWL-Know how und der Bereitschaft, alles zu geben, um ihr Konzept 'groß' zu machen; Startup-Preise (Food Court Star), Partnerschaft mit Fitness First .... viele haben Nina Rümmele und Ekaterina Bozoukova einiges zugetraut.


Drei Jahre später gibt es What the Food! nicht mehr, die Filialen in Frankfurt und Hamburg mussten Ende 2017 schließen, die Gründerinnen Insolvenz anmelden. "Wir haben bis zum letzten Moment gekämpft, konnten das Aus aber nicht abwenden", sagt Nina Rümmele. "Doch wir würden alles wieder so machen." Letztendlich sei die Eröffnung des Hamburger Stores in der Europa-Passage die falsche Entscheidung gewesen. "Die uns kommunizierte Marktforschung zu der Fläche entsprach einfach nicht der Realität."


Ihre Erfahrungen im Umgang mit der Insolvenz möchten Rümmele und Bozoukova nun mit anderen Gründern teilen und planen ein Buch - Arbeitstitel "We fucked up so you don't have to". "Zielgruppe sind Startup-Gründer nicht nur in der Gastronomie. "Es soll um Unternehmensgründungen allgemein gehen", erklärt Ekaterina Bozoukova. "Die Szene ist zwar untereinander ziemlich ehrlich, aber es wird auch vieles schöngeredet. Wir wollen klar sagen, wie sich eine Insolvenz anfühlt und was im Falle des Scheiterns zu tun ist." 

Geschlossen: das trendige Konzept What the Food! ist Geschichte
What the Food
Geschlossen: das trendige Konzept What the Food! ist Geschichte

Auf der Plattform Kickstarter lancieren sie deshalb am heutigen 13. Juni eine Kampagne zur Finanzierung des Projekts. "Durch die Insolvenz sind unsere Mittel zurzeit sehr begrenzt", so Rümmele. "Wenn wir über die Kampagne die ersten 2-300 Bücher verkaufen, sind unsere Kosten für die Produktion schon einmal im Großen und Ganzen gedeckt." Außerdem soll die Kampagne ihrer Geschichte ein positives Momentum geben. "Wir möchten anderen Gründern zeigen: Scheitern ist nicht schlimm."


Trotz des Fehlschlags mit What the Food! möchten Rümmele und Bozoukova übrigens weiterhin gemeinsam unternehmerisch tätig sein - aber nicht in der Gastronomie. "Wir haben festgestellt, dass uns dazu doch das Gastgeber-Gen fehlt."

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