Wiesn | München

Das kostet die Maß auf dem Oktoberfest

Deutlich höhere Bierpreise werden dieses Jahr auf dem Oktoberfest in München aufgerufen.
imago / Ralph Peters
Deutlich höhere Bierpreise werden dieses Jahr auf dem Oktoberfest in München aufgerufen.

Wiesn-Besucher müssen beim ersten Oktoberfest nach der Corona-Zwangspause für die Maß Bier (ein Liter) erheblich tiefer in die Tasche greifen. Etwas günstiger wird es für Wassertrinker: knapp 10 Euro kostet ein Liter. 

Die Stadt München veröffentlichte am Donnerstag die Getränkepreise der einzelenen Festzelte auf dem Oktoberfest 2022: Der Preis pro Maß liegt zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro. Der Durchschnittspreis liegt bei 13,37 Euro. Gegenüber der letzten Wiesn 2019 steigt der Preis damit im Schnitt um 15,77 Prozent. Damals kostete die Maß zwischen 10,80 und 11,80 Euro.

Die teuerste Maß gibt es laut Stadt München in einem mittelgroßen Betrieb: bei Poschner. Die großen Festhallen bewegen sich preislich zwischen 12,90 bei Fischer-Vroni und und 13,70 bei Käfer, Marstall und Schützen-Festzelt. Noch teuerer als der Liter Bier: das Weißbier in Kufflers Weinzelt. In dem einzigen Festzelt, das kein Festbier ausschenkt, gibt es neben Wein und Sekt Weißbier. Ein Liter kostet 16,80 Euro. Die günstigste Maß gibt es in einem Mittelbetrieb, im Familienplatzl, und auf der Oiden Wiesn im Museumszelt für 12,60 Euro. 

Wasser günstiger

Wer Wasser trinkt, kommt etwas billiger weg. Der Liter kostet im Schnitt 9,67 Euro, das sind 80 Cent mehr als 2019. Zwei Mal fiel das Fest wegen Corona aus.

Die Getränkepreise legt nicht die Stadt München fest. Sie überprüft als Veranstalterin die von den Gastronomen genannten Preise und vergleicht sie mit Preisen im Stadtgebiet. Dort kostet laut der Stadt das Bier aktuell zwischen 6,70 Euro und 11,20 Euro pro Liter Export.

Die Wiesn-Wirte führen als Gründe für den Preissprung unter anderem die hohe Inflation, gestiegene Personalkosten und massiv erhöhte Energiepreise an. Ein sehr großer Posten seien auch Material- und Handwerkerkosten im Bereich des Zeltaufbaus, sagte Wirtssprecher Peter Inselkammer der dpa.

"Gut, dass die Schallgrenze von 14 Euro nicht durchbrochen ist", sagte Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU). "Trotzdem sind die Bierpreise ziemlich hoch. Da müssen wir künftig darauf achten, dass die Wiesn noch bezahlbar bleibt."

Oktoberfest ohne Einschränkungen

Indessen machte der Oberbürgermeister der Stadt eine Ansage: Das Oktoberfest werde nur ohne jegliche Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus stattfinden – oder gar nicht. Man könnte Zugangsbeschränkungen schließlich "nicht vier Wochen vorher aus dem Hut zaubern", sagte OB Dieter Reiter (SPD) am Mittwochabend dem Bayerischen Rundfunk. Kurzfristig wären weder das nötige Sicherheitspersonal noch die Technik etwa zur Überprüfung digitaler Impfnachweise zu bekommen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wiederum hält solche Aussagen angesichts der möglichen Entwicklung neuer Varianten des Coronavirus für schwierig. Die Wiesn soll am 17. September beginnen.

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