Wilhelma Stuttgart

Kaffeevielfalt bewahren

Das Projekt diskutierten auf der Fachmesse Intergastra Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate, Wilhelma-Direktor Dr. THomas Kölpin und Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (v.l.).
Wilhelma Stuttgart
Das Projekt diskutierten auf der Fachmesse Intergastra Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate, Wilhelma-Direktor Dr. THomas Kölpin und Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (v.l.).

Damit die Vielfalt der Kaffeepflanzen geschützt wird, baut die Wilhelma als Zoologisch-Botanischer Garten eine "Internationale Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten" auf. 

Die Vielfalt der Kaffeepflanzen selbst gerät Studien zufolge in Gefahr. 60 Prozent der wilden Kaffeearten gelten als vom Aussterben bedroht. "Der Artenschutz ist uns bei Pflanzen wie Tieren ein zentrales Anliegen", sagte Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. "Auf Dauer kann er nur bei einem globalen Umdenken erfolgreich sein, wir können aber lokal mit dieser Erhaltungszucht dazu beitragen, dass die Arten nicht ganz verloren gehen." Während der Intergastra in Stuttgart im Februar stellten Plantagenbesitzer unter den Ausstellern weiteres Saatgut zur Verfügung. 
Hintergrund ist, dass von den mehr als 100 bekannten Kaffeepflanzen-Arten nur drei wirtschaftlich genutzt werden: Coffea canephora (bekannt als Robusta) gilt als Massenprodukt, Coffeea arabica gilt als edle Variante. Die dritte im Einsatz befindliche Art heißt Coffea liberica, trägt an hohen Bäumen relativ wenig Früchte, weshalb ihre Nutzung wirtschaftlich weniger attraktiv ist.

Auch aus diesen drei Arten haben Züchter im Lauf von 500 Jahren eine Vielfalt an Varietäten hervorgebracht. "Diese Varietäten unterscheiden sich nicht nur in Aussehen und Geschmack", erklärte Dr. Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik in der Wilhelma, "sie haben individuelle Eigenschaften entwickelt, die es ihnen erlauben, mit jeweils unterschiedlichen Böden, Klimabedingungen sowie schädlichen Pilzen, Viren oder Bakterien klarzukommen." 

Die Wilhelma erhält die Varietäten außerhalb der natürlichen Anbaugebiete für den Fall, dass in natürlichen Herkunftsräumen Naturkatastrophen das gesamte Vorkommen ausradieren sollten. Das Schulungs- und Forschungszentrum Coffee Consulate, Mannheim, hat für das Projekt Kontakte zu hochwertigen Plantagen in vielen Ländern hergestellt. 

Als Botschafter für die neue Sammlung haben die Partner einen eigenen Wilhelmakaffee entwickelt. Die Kaffeekirschen dafür stammen ausschließlich aus den nachhaltigen Plantagen der Kooperationspartner. 


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