Zwischenruf

Aus Wumms muss Doppel-Wumms werden

Boris Tomic: Chefredakteur der dfv Hotel- und Gastromedien
Salome Roessler
Boris Tomic: Chefredakteur der dfv Hotel- und Gastromedien

Mehr Unterstützung und klare Perspektiven fürs Gastgewerbe – das fordert Boris Tomic, Chefredakteur Hotel- und Gastromedien, in seinem Zwischenruf.

Diese Branche hat Wumms. Die Tourismus-, Hospitality- und Foodservice-Industrie gehört gemessen an ihrer Brutto-Wertschöpfung von 355,3 Mrd. Euro und ihren Beschäftigungszahlen von 4,1 Millionen zu den Top-3-Wirtschaftsbranchen in Deutschland. Hätten Sie es gewusst? Nur die Automobilindustrie toppt das Gastgebertum – mit 430 Mrd. Euro ist sie unangefochtener Spitzenreiter. Auf Platz drei folgt der Maschinenbau mit 250 Mrd. Euro. Das bringt eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts auf den Punkt.


Die Branche braucht aber noch mehr Unterstützung – von Top-Verbänden wie dem Dehoga und vor allem aus der Politik. Nur so kann aus dem Wumms für die Branche auch ein Doppel-Wumms werden. Dazu fehlt neben den finanziellen Hilfen, die geflossen sind, unbedingt das Nachregeln bei ganz wichtigen Eckdaten. Das Arbeitszeitgesetz muss erneuert werden. Schön zu hören, dass sowohl Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) als auch Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) auf dem Branchentag des Dehoga in Berlin sich dieser Idee gegenüber offen zeigen.

Die Planungssicherheit muss gegeben sein – Gastgeber sind innovativ und können sich anpassen. Aber dazu muss die Politik verlässliche Eckdaten vorgeben. Energie, Personal und die Lieferketten müssen für den Unternehmer auf längere Zeiträume planbar bleiben. In den Monaten der Pandemie ist bewusst geworden, was uns als Gesellschaft fehlt, wenn wir keine Orte und Möglichkeiten zur sozialen Interaktion haben. Das Gastgebertum ist der soziale Kitt einer Gesellschaft. Hoteliers und Gastronomen sind Gradmesser für das soziale Gefüge – die Branche ist systemrelevant!

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