Zwischenruf

Bundestagswahl: Königsmacher Grüne und FDP

Chefredakteur der Hotel- und Gastromedien der dfv Mediengruppe, Boris Tomic.
Salome Roessler
Chefredakteur der Hotel- und Gastromedien der dfv Mediengruppe, Boris Tomic.

Ene mene meck, und du bist weg. Der populäre Kinderreim beschreibt schonungslos, was der CDU/CSU zusammen mit Armin Laschet bei dieser Bundestagswahl 2021 passiert ist. Historisch schlechteste Ergebnisse der Unionsparteien. Punkt.

Rein rechnerisch sind momentan drei Konstellationen denkbar: Jamaika (CDU, Grüne, FDP), Ampel (SPD, FDP, Grüne) oder Große Koalition zwischen SPD und CDU. Aber selbst, wenn die CDU eine dieser Koalitionen anführen würde, so wird der Kanzler wohl kaum Armin Laschet heißen – er hat einfach zu viele Fehler gemacht.

Seinen vorerst letzten beging er gestern. Auf der Seite des Bundestags steht: „Die Wahlen zum Deutschen Bundestag sind allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim.“ Armin Laschet hatte während des Wahlkampfes zu oft mit unglücklichen Bildern zu kämpfen. Noch am Tag der Wahl setzt sich diese Serie fort, als er seinen Wahlzettel gut sichtbar in die Kameras hielt.

Ob dieser letzte Fauxpas mitentscheidend für das historisch schlechteste Ergebnis der CDU war, wird sich nicht erschöpfend analysieren lassen. Dass dies aber ganz sicher der letzte Fauxpas von Laschet in leitender Funktion der Bundes-Union war, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die (An-)Forderungen aus den Reihen der Gastronomen an die kommende Regierung sind klar und einfach: Planungssicherheit geben durch Rahmenbedingungen, die stimmen. Die Eckpunkte dafür sind durch Schlüsselaussagen wie "Mehrwertsteuersenkung auf Getränke", "entschlackte Bürokratie", "kompensierende Steuerentlastung bei signifikanter Anhebung des Mindestlohnes" und "klare und einheitliche Regeln bei der Pandemie-Bekämpfung" gesetzt.

Am sinnvollsten erweitert man dafür das Bundeswirtschaftsministerium nicht nur im Namen um das Thema Gastgebertum, sondern schafft dort eine schlagkräftige Abteilung, die sich mit den Anforderungen der Gastgeber aus Catering, Restaurant und Hotel auskennt.

Die Bildung einer neuen Regierung wird wohl Wochen, wenn nicht Monate dauern. Die außerparlamentarische Fraktion der Gastgeber schaut mit großer Skepsis auf das zu erwartende Ergebnis. Ob dann am Ende etwas mehr als eine Morgengabe in Form von unbefristeter, reduzierter Mehrwertsteuer auf Speisen dabei herauskommt, bleibt abzuwarten.

Hoffen wir zumindest, dass die Parteien sich schnell auf eine tragende Koalition einigen – nichts wäre schlimmer, hieße die Kanzlerin bei der nächsten Rede an die Nation kurz vor Weihnachten noch immer Angela Merkel.

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