Coronakrise / Experten-Interview (II)

"Mehr ist nicht genug"

Personalberater Johannes Warth vermutet, dass die Coronakrise Menschen wieder achtsamer macht.
imago images / Lichtgut
Personalberater Johannes Warth vermutet, dass die Coronakrise Menschen wieder achtsamer macht.

Der studierte Schauspielkünstler Johannes Warth berät namhafte Wirtschaftsunternehmen zum Beispiel im Bereich Personalentwicklung. Was der Ermutiger und Überlebensberater über die möglichen Folgen der Coronakrise denkt, verrät er im exklusiven gv-praxis-Interview.

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Was macht diese weltweit unbekannte Phase mit den Menschen?

Johannes Warth: Zuerst einmal, denke ich, kommt die Verunsicherung. Und dies heißt ja eigentlich nur, dass wir unsere Sicherheitssysteme neu überdenken müssen bzw. dürfen. Früher war das Sicherheitssystem über viele Jahre auf fünf Säulen aufgebaut. Und hier sollte man die eigene Hand zur Anschauung nehmen und beim Daumen, also dem stärksten Glied, beginnen: 1. Familie. 2. Selbstversorgung. 3. Erwerb/Business. 4. Geldanlagen. 5.Wertgegenstände. Ich denke, wir haben die zwei letzten – und somit die kleinsten – zu unserem Sicherheitssystem gemacht.

Wie finde ich zu innerer Einsicht und Ermutigung, wenn um mich herum die Menschen in Panik geraten und Hamsterkäufe veranstalten? Wenn alle sicheren Parameter für Wohlstand plötzlich wegbrechen?
Ich habe begonnen, die Dinge wertzuschätzen, welche ich im Tausch erhalte. Zeit ist plötzlich wieder ein Gut, welches ich bestens einsetzen kann. Vor allem aber die Gewissheit, dass nach einer Krise immer etwas Neues und somit Chancenreiches auf mich wartet. Außerdem zeigen Hamsterkäufe, dass die Erkenntnis bzw. der Leit- und Leidspruch des 21. Jahrhunderts stimmig ist: „Mehr ist nicht genug!“ Und hier hoffe ich, dass wir aus der Krise lernen.

Wie könnte nach Ihrer Meinung eine neue Wertekultur nach der Krise aussehen?
Eine neue Dankbarkeit, aus der Achtsamkeit und vor allem Solidarität und Verständnis erwachsen. Wer jetzt in finanzielle Not kommt, wird hoffentlich aussteigen aus dem Boot von Scham und Angst. 

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