Enchilada Gruppe zur Bonpflicht

"Einheitliche Spielregeln für jeden"

Daniel Gantenberg, Geschäftsführer Enchilada Gruppe.
Enchilada Gruppe
Daniel Gantenberg, Geschäftsführer Enchilada Gruppe.

Am 1. Januar ist in Deutschland die neue Kassensicherungsverordnung in Kraft getreten. Eine Regelung davon ist die Belegausgabepflicht, die auch bei Kleinsbeträgen die Ausgabe eines Kassenbons vorschreibt. Enchilada-Geschäftsführer Daniel Gantenberg begrüßt Regeln zur einheitlichen Kassenführung. Die Bonpflicht sei aber herausfordernd, sagt er gegenüber FOOD SERVICE.

Die grundsätzlichen Ansätze in den Bereichen Kassensicherungspflicht und Kassenpflicht begrüßt man bei der Enchilada-Gruppe. "Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einheitliche Spielregeln für jeden", so Gantenberg. So seien alle Marktteilnehmer gezwungen, einwandfrei und nachvollziehbar zu arbeiten. Operativ sei speziell die Bonpflicht eine Herausforderung gewesen. "Zudem sehen wir diese im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit schwierig und widersprüchlich", erklärt Gantenberg.

80 Prozent mehr Bons

Vor allem infrastrukturelle Änderungen waren gefragt, etwa indem mehr Bondrucker und Gürteldrucker angeschafft werden mussten. Die operativen Abläufe mussten angepasst werden, dass das Personal nicht mehr Läufe machen muss und sich so die Wartezeiten für den Gast verlängert. Das Personal wurde entsprechend geschult, die Voraussetzungen in jedem Betrieb überprüft. "Wir haben diese Maßnahmen aber schon letztes Jahr intern eingeführt, um den nötigen Vorlauf zu haben", sagt Gantenberg. Auch die Kassen in allen Betrieben seien bereits umgestellt.

Über die Belegausgabepflicht
Seit 1. Januar 2020 gilt die Kassensicherungsverordnung. Sie beinhaltet auch die Belegausgabepflicht. Gastronomen, Bäcker und Einzelhändler sind verpflichtet, bei jedem Kunden einen Kassenzettel auszudrucken. Der Kunde muss den Bon allerdings nicht mitnehmen. Ausnahmen zur Belegausgabepflicht gibt es u.a. für Wochenmärkte. Für die Gastronomie gibt es speziell keine Ausnahmen. Es kann jedoch eine Ausnahmeregelung beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Diese gilt beispielsweise bei Notfällen wie Stromausfällen oder technischen Problemen.

Seit ersten Januar hat sich die Zahl der Bons um etwa 80 Prozent erhöht. "Die Mehrkosten belaufen sich auf einen fünfstelligen Betrag pro Betrieb und sind zum einen zurückzuführen auf die Anschaffungskosten der zusätzlichen Drucker beziehungsweise Gürteldrucker sowie höhere Bonkosten durch den höheren Verbrauch", schätzt Gantenberg.

Auf die Frage nach Alternativen zur momentanen Regelung plädiert Gantenberg für eine allgemeine Kassenpflicht. "Damit wären auch alle Umsätze transparent und nachvollziehbar", sagt er. Die Papierflut durch die Kassenbons hält er für "komplett überflüssig und verzichtbar". Die Enchilada-Gruppe arbeitet bereits an einer Alternative: "Wir testen gerade die elektronische Übertragung der Rechnung über einen QR Code, beziehungsweise per Mail an den Gast", erläutert Gantenberg. 
Über die Enchilada-Gruppe
Die Enchilada Franchise GmbH betreibt unter anderen die Gastro-Marken Enchilada, Aposto, Besitos, Burgerheart. 2018 vermeldete das Unternehmen laut foodservice-Top 100-Ranking 119,4 Mio. Euro Umsatz bei 88 Units (zum 31.12.).




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