FCSI | Interview

"Wir brauchen einen neuen Blickwinkel"

Bettina von Massenbach, Vorstandsressort PR & Öffentlichkeitsarbeit, FCSI
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Bettina von Massenbach, Vorstandsressort PR & Öffentlichkeitsarbeit, FCSI

Rund 80 Professionelle Mitglieder wie Förderer des Planer- und Beraterverbands Foodservice Consultant Society International (FCSI) trafen sich in Duisburg, um in Workshops neue Konzeptansätze zu erarbeiten. Über das Ergebnis sprachen wir mit Vorstandsmitglied Bettina von Massenbach.


Der FCSI hat seine Jahrestagung unter das Thema Design Thinking gestellt. Was ist die Idee dahinter?
Bettina von Massenbach: Alles drehte sich um Strategien und Methoden für die Zukunft der Beraterbranche mit der Ausrichtung auf New Work. Die drei Stichworte heißen Kooperation, Kollaboration und Kommunikation.

Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit Kunden auf eine neue Ebene heben, um für sie eine neue Qualität der Beratung zu ermöglichen. Gemeinsam mit dem Kunden wollen wir künftig Problemstellungen angehen, diese immer wieder hinterfragen, um somit zu einem optimalen und nachhaltigen Ergebnis zu gelangen.

Was steckt konkret dahinter?
Wir haben erkannt, dass wir uns nach der Pandemie anders aufstellen müssen. Die Hospitality Branche wird nie mehr so sein wie vor Corona. Dies bedingt Veränderungsprozesse, auf die wir uns neu einstellen müssen.  Das fängt bei jedem einzelnen unserer Mitglieder an.

„Wir müssen lernen, unsere Kunden besser zu verstehen.“
Bettina von Massenbach

Wir alle müssen lernen, miteinander besser und intensiver umzugehen. Motto: Mache Geschäfte mit Deinen Freunden. Diese Freunde können Verbandskollegen, Lieferanten, insbesodere auch die Kunden sein. Dies gelingt nur mit einem neuen Blickwinkel. Nur wenn sich unser Kunde verstanden fühlt, dann erarbeiten wir gemeinsam auch bessere Lösungen. Dazu haben wir in Duisburg unser Mindset geschärft und werden die Thematik auch ganzjährig weiter in Workshops intensivieren.

Das Thema Personal wird uns noch lange beschäftigen. Welche Erkenntnisse hat das Duisburger Treffen gebracht?  
Das Thema war bereits vor der Pandemie relevant, wurde allerdings durch diese Zeit massiv verschärft. Für viele Betriebe bedeutet das, dass sie jetzt erst richtig in eine betriebswirtschaftliche Schieflage geraten – es fehlen die Verkäufer. Der entscheidende Faktor ist die Unternehmenskultur. Diejenigen Unternehmen, die sich während der Lockdowns um ihre Teams gekümmert haben, ihnen Hilfe und Unterstützung angeboten haben, können zu großen Teilen jetzt nach der Wiedereröffnung auf die Treue seitens der Mitarbeiter zählen.

Das Grundverständnis, füreinander da zu sein, sollte selbstverständlich sein. Wenn dies nicht gegeben ist, kann man auch nichts erwarten. Da nun viele Teams reduziert sind, wird der Arbeitsumfang auf wenige Schultern verteilt. Das bedeutet, dass die treuen Mitarbeiter überlastet und sich daraufhin von ihren Arbeitgebern trennen werden. Es ist wirklich eine Herausforderung, die nur mit Umstrukturierung im Handeln und Denken zu meistern ist.

FCSI
Der FCSI wurde als „Foodservice Consultant Society International“ Mitte der 50er Jahre in den USA gegründet. Heute verbindet der FCSI Mitglieder weltweit. Als Teil des weltweiten Verbandes mit insgesamt 1.400 zertifizierten Mitgliedern fokussiert sich der FCSI Deutschland-Österreich e.V. auf die Beratung von Betrieben der Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsgastronomie. In Deutschland und Österreich sind ca. 60 professionelle Mitglieder registriert. Unterstützt und gefördert wird der Verband durch die branchenweite Zuliefer-Industrie. Der Verband engagiert sich vielfältig für die Branche: von der Nachwuchsförderung über die Anerkennung und Zertifizierung des Beraterstatus bis hin zur aktiven Mitgestaltung der Zukunftsfähigkeit der Hospitality Branche.

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