Forderung

Eugen Block will seine Verluste bei der Regierung einklagen

Eugen Block ist mit dem Krisenmanagement in Berlin nicht zufrieden.
Thomas Fedra
Eugen Block ist mit dem Krisenmanagement in Berlin nicht zufrieden.

Der Hamburger Gastro-Unternehmer Eugen Block hat die Bundesregierung massiv für ihre Corona-Politik kritisiert.

 "Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht", sagte er am Wochenende dem Nachrichtenmagazin ,Der Spiegel'. "Ich warte immer noch auf den seit langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser halb leer", monierte der 79-jährige Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Restaurantkette Block House.
"Mit den entstehenden Kosten hätte Herr Spahn seine Intensivabteilungen verdoppeln können. Nein, er muss das ganze Volk wegsperren und das Leben auf den Kopf stellen", sagte der Patriarch wutentbrannt.

Schon zu Beginn der Coronakrise hatte der Geschäftsführer der Eugen Block Holding, Stephan von Bülow, klargemacht, dass man vom Krisenmanagement der Bundesregierung wenig halte: Die Schließungen von Restaurants und Hotels seien "eine Enteignung", sagte von Bülow damals dem "Hamburger Abendblatt".

Und dennoch gilt von Bülow als der Besonnenere. Schließlich gibt es mit und um Eugen Block schon genügend Emotionen in dem Traditionsunternehmen - Bülow muss die Block Gruppe und die damit verbundenen 2.600 Mitarbeiter durch die Krise führen. Das tut er mit viel diplomatischem Geschick. Seit Mitte März hat er einen Corona-Krisenstab etabliert, der täglich zusammenkommt.

Schnell wurde sich Bülow mit den Hausbanken handelseinig. Er arrangierte Kredite, die es sogar ermöglichten, das Kurzsarbeitergeld für die Belegschaft auf 100 Prozent im März aufzustocken.

Diplomatie ist nicht das Ding von Gründer Eugen Block. Bereits im März habe er Briefe verschickt, an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Robert Koch-Institut. "Ich habe klargemacht, dass das totale Einstellen des öffentlichen Lebens zum wirtschaftlichen Niedergang führt", sagt Block.

Dem Finanzminister habe er geschrieben, wie viel er in diesem Jahr bereits verloren habe - und er werde versuchen, sich das entgangene Geld von der Regierung zurückzuholen. Bis zum heutigen Tag habe er aber noch keine Antwort auf seine Briefe.

Block sagte  auch, er selbst habe keine Angst vor dem Coronavirus, obwohl er mit seinen 79 Jahren zur Risikogruppe gehöre: "Fangen Sie nicht auch noch an mit der Panikmache! Dann sterbe ich eben drei Tage früher, na und? Ich habe Gottvertrauen. Ich gehe danach zum liebenden Gott", antwortete er burschikos auf die Frage nach der Gesundheit.

Geschäftsführer Stephan von Bülow sieht die Lage aber etwas anders. "In dieser Krise muss jeder seinen Beitrag leisten", sagte er. Eigentlich sollte in diesem Jahr für 20 Mio Euro die Fleischerei erweitert werden und ein Hotelbau in Berlin angestoßen werden. "Je nachdem, wir lange diese Krise dauert, werden wir unsere geplanten Invstitionen überprüfen", sagt Bülow.

Und Gründer Eugen Block gibt ihm dafür sein volles Vertrauen: "Ich bange nicht um unseren Betrieb", sagt er. "Herr von Bülow macht ein besseres Krisenmanagement als die Kanzlerin in Berlin".


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