Interview | Lieferando

"Jeder hat es vermisst, sich persönlich zu treffen"

Katharina Hauke, Geschäftsführerin Lieferando/ yd.yourdelivery GmbH Deutschland und Country Manager Österreich.
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Katharina Hauke, Geschäftsführerin Lieferando/ yd.yourdelivery GmbH Deutschland und Country Manager Österreich.

Katharina Hauke verantwortet bei Lieferando das Geschäft in Deutschland und Österreich. Im Interview spricht die gebürtige Österreicherin über das Ende der Corona-Maßnahmen und die Learnings aus der Pandemie, Mehrweg-Pilotversuche und ihren Auftritt beim Internationalen Foodservice Forum.



FOOD SERVICE: Am 2. April endeten in den meisten Bundesländern die Corona-Beschränkungen für die Gastronomie. Wie beurteilen Sie das als größte Lieferplattform in Deutschland?
Katharina Hauke: 
Vorweggeschickt: Ganz persönlich freue ich mich riesig. Und auch wir als Lieferando freuen uns, mit und für die Gastronomen. Nach zwei Jahren hat es jeder vermisst, sich persönlich zu treffen. Es ist noch ein ungewohntes Gefühl, aber grundsätzlich positiv. 


Delivery war schon vor der Pandemie ein Trend, hat aber durch Corona einen besonderen Schub erhalten. Welche Learnings ziehen Sie aus dieser
Zeit?
Rückblickend hat sich das Liefergeschäft als sehr krisenfest gezeigt. Die Restaurant-Partner, die in den letzten zwei Jahren das Standbein Lieferung ausgebaut haben, denen geht es auch jetzt noch gut. Der Trend der Lieferung war ja vor Corona schon da, stetig steigend, und wird auch jetzt nach Corona weiter anhalten. Die letzten zwei Jahre haben wir uns aufs Kerngeschäft fokussiert und darauf, die Restaurants zu unterstützen. Wir haben vier Millionen Bestellungen unterstützt und subventioniert. Wir haben 12 Millionen Euro in die Hand genommen, damit Restaurant-Partner über diese Phase kommen. Das hieß absoluter Fokus auf klassisches Vermitteln von Bestellungen.


Wie sehen die Pläne bis Ende des Jahres aus?
Unser Angebot zur Lieferung mit unserer Logistikflotte ist in den letzten Jahren auf 59 Städte mit 10.000 Kurieren gewachsen, auch wenn mehr als 90 Prozent unserer 31.000 Restaurant-Partner selbst liefern. Wir haben letztes Jahr 5.000 Arbeitsplätze geschaffen und werden das weiter ausbauen, sowohl in den Regionen, als auch bei erweiterten Lieferzeiten. Wir gehen aber auch in neue Trends rund um die Lieferung. Ein Beispiel: Die digitale Kantine, Lieferando for Business, für den B2B-Bereich. Hier können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern das Essen subventionieren, nicht nur beim Bestellen über unsere App, sondern dank unserer Debit-Karte sogar beim Bezahlen auch bei Restaurants oder Bäckern, die nicht auf unserer App sind. Dazu beschäftigen wir uns mit der Entwicklung nachhaltigerer und Mehrweg-Verpackungen, die wir den Restaurant-Partnern in unserem Webshop anbieten.

Stichwort Mehrweg: Das wird für Gastronomen als Alternative 2023 verpflichtend. Wie sind da die Erfahrungen und die Resonanz der Gäste?
Wir testen mit den Herstellern Vytal und Rebowl in Pilotversuchen, Mehrweg über unsere App anzubieten. Was die Gäste-Resonanz angeht: Es muss hier meiner Meinung nach ein Umdenken von uns allen stattfinden. Es stimmt: Es braucht neue Prozesse zum Beispiel beim Bestellen, das steckt noch in den Kinderschuhen. Aber deshalb testen wir ja gerade. Und es geht dann darum, auch beim Konsumenten das Bewusstsein zu schaffen, dass es diese Alternativen überhaupt gibt, um es Ausprobieren zu können. Wir arbeiten hier mit unseren Partnern an Lösungen, die dann auch global und skalierbar ausgerollt werden können.

Was erwarten Sie vom Internationalen Foodservice-Forum und der Internorga? 
Ich freue mich riesig. Ich werde ja nicht nur auf dem Internationalen Foodservice-Forum auf der Bühne stehen, sondern wir werden auch auf der Messe mit einem großen Stand vertreten sein. Endlich können wir wieder in persönlichen Austausch mit unseren Partnern: Was sind die neuen Trends? Was erwartet die Gastronomen? Wie komme ich nach dieser Corona Zeit jetzt wieder ins Geschäft? Was gibt es im Bereich Lieferung noch für neue Entwicklungen? Vor Ort stehen wir mit dem gesamten Team Rede und Antwort.

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