Interview Brewdog-Gründer

Nächste Runde in Deutschland

Brewdog-Gründer Martin Dickie und James Watt.
© Brewdog
Brewdog-Gründer Martin Dickie und James Watt.

Brewdog eröffnet in Berlin eine Brauerei mit Mega-Pub und Biergarten. An dem Standort sind zuvor die Craft-Brauer von Stone Brewing aus San Diego gescheitert. Brewdog-Gründer Martin Dickie und James Watt über die ehrgeizigen Pläne für Deutschland.

Dieser Text ist Exzerpt. Das komplette Interview lesen Sie in der Okrober-Ausgabe der foodservice. 

FOOD SERVICE: Für die Eröffnung haben Sie ein paar typisch deutsche Bierstile gebraut, etwa eine Berliner Weiße oder ein Zwickel. Machen Sie das eigentlich immer, wenn Sie groß in einem Land aufschlagen?
James Watt: Nein. Das ist etwas ganz Neues für uns. Es ist auch das erste Mal, dass wir mit so einer großen Brauanlage in einem Land quasi starten. Dazu kommt: Wir lieben die deutsche Biertradition und die vielen regionalen Bierszenen, die es hier gibt. Wir wollten denen einen neuen Spin geben und unsere Community dabei einbeziehen. Wir haben angekündigt, dass wir drei Biere machen, und die Community durfte wählen, welche auf den Markt kommen und wie sie heißen sollen. Das war ein Special für Deutschland.

Unter den Bieren ist auch ein Dortmunder Export. Das ist sogar in Deutschland relativ unbekannt. Warum dieser Stil?
James Watt: Ich habe nach der Schule sechs Monate in Dortmund gelebt. Und ja, dieser Stil ist fast ein bisschen vergessen. Wir haben es aber mit amerikanischem Hopfen gebraut.

Als Greg Koch von Stone Brewing hier vor fünf Jahren anfing zu bauen, hat er erst mal mit einem Gabelstapler kistenweise deutsche Biere zerdeppert. Treten Sie bewusst anders auf?
Martin Dickie: Eine Frau, die hier auf der anderen Seite der Gleise lebt, war neulich zum Mittagessen da. Sie hat uns erzählt, dass sie vor zwei Jahren schon mal da war. Sie war da in einer Gruppe und fand, die Biere, die es im Taproom gab, wären zu weit von dem entfernt, was sie normalerweise trinkt. Das hat sie abgeschreckt. Sie kam nicht mehr. Wir haben mit ihr über die Prototypen-Biere gesprochen. In zwei Wochen will sie die mit ihren Freunden probieren. Das ist der Schlüssel für uns: Wenn das hier ein Erfolg werden soll, die Brauerei und der Taproom, dann geht das nur mit den Leuten hier in der Gegend. Es muss ein Ort für die Menschen sein, die hier wohnen. Sie müssen sich wohlfühlen. Und die Biere dürfen nicht so weit weg von dem lokalen Geschmack sein. Andererseits haben wir auch das Punk IPA und stärkere Biere für alle, die abenteuerlustiger sind. Wir haben auch die Speisekarte geändert. Das Essen ist jetzt deutlich billiger, definitiv kein Fine Dining. Wir nennen es Farm to Table Junkfood. Es geht um großartiges Bier, großartiges Essen und eine Atmosphäre, in der sich die Gäste gern aufhalten. Auch mit Kindern, oder Hunden. Im Biergarten kann man eine Runde Minigolf spielen, im Pub flippern oder Shuffleboard spielen.
Über Brewdog
Brewdog wurde 2007 gegründet, als Martin Dickie und James Watt begannen, ihr eigenes Bier zu brauen und ihre Freunde für Craft Beer zu begeistern. Heute ist Brewdog eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Großbritannien. Brewdog’s Punk IPA ist das Nummer 1 Craft-Bier in Großbritannien. 2010 fand die erste Investitionsrunde der Crowdfunding-Aktion Equity for Punks statt. Eine Initiative, bei der in fünf Runden inzwischen über 67 Mio. Britische Pfund gesammelt wurden – mehr als je zuvor in einer Online-Crowdfunding-Kampagne. Über 120.000 Equity-for-Punk-Shareholder ermöglichen es Brewdog, zu wachsen. Brewdog exportiert Biere in über 60 Länder und betreibt über 90 Bars weltweit, davon zwei in Deutschland (Berlin, Hamburg), sowie Brauereien in Ellon (Schottland), Columbus, Ohio (USA), in Berlin und bald auch in Brisbane (Australien). Für 2020 ist der Bau einer Brauerei in China geplant.

Im kompletten Interview sprechen die beiden über die Besonderheiten des deutschen Biermarkts, die Pläne für die Zukunft und Crowdfunding in Deutschland. Kein Abo? Hier geht's zum Probe-Abo.



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