Interview Olaf Hohmann, EHI

Niedrigfrequenzzeiten sind ein Thema

Olaf Hohmann, Mitglied der Geschäftsleitung, EHI Retail Institute
Steffen Hauser Cologne / Germany
Olaf Hohmann, Mitglied der Geschäftsleitung, EHI Retail Institute

Mittlerweile fordern Lebensmittel-Einzelhändler wirtschaftlichen Erfolg von ihren Gastro-Konzepten ein. Olaf Hohmann, EHI Retail Institue, über Hürden und Chancen.

Dieser Artikel ist ein Exzerpt. Lesen Sie die ausführliche Analyse inklusive Interviews mit Experten in der Titelgeschichte der foodservice-Ausgabe November.

FOOD SERVICE: Wie hoch sind die Umsatzzahlen in puncto Gastro im LEH?
Olaf Hohmann: Wir schätzen, dass 2019 in der Vorkassenzone im LEH 3,2 Milliarden Euro umgesetzt werden und im Markt bzw. auf der Handelsfläche 0,25 Milliarden Euro. Hinzu kommen 2,2 Milliarden Euro Umsatz aus dem Segment To-go-Convenience im LEH. Wir prognostizieren in Summe ein Plus von 4 Prozent.

Was sind die erfolgreichsten Konzepte?
Die Frage nach dem Erfolg bemisst sich an den Zielen der Händler. Gastronomie eignet sich gut, um Wohlfühlatmosphäre zu schaffen und den Kunden Erholungsmöglichkeiten zu bieten. Man kann sich zudem profilieren und vom Wettbewerb abgrenzen – auch vom Online-Handel. Mittlerweile wird immer öfter wirtschaftlicher Erfolg eingefordert.

Welche Händler haben die besten Lösungen?
Sehr engagiert und experimentierfreudig sind die selbstständigen Lebensmitteleinzelhändler. Dort gibt es unterschiedliche Konzepte, die auf die Zielgruppen, Umfelder und Regionen zugeschnitten sind und erfolgreich betrieben werden.

Wo sehen Sie Hürden beim gastronomischen Angebot im LEH?
Die Einführung von Gastronomie im LEH ist – vor allem, wenn wenig Erfahrungswerte vorliegen – mit viel Unsicherheit und wirtschaftlichem Risiko verbunden. Hinzu kommen behördliche Auflagen, Hygiene-Richtlinien, amtliche Genehmigungsprozesse sowie bauliche Restriktionen. Bei unserer Händlerbefragung kam zudem heraus, dass es schwierig ist, geeignete Mitarbeiter zu finden und diese dann auch zu halten. Wer Gastronomie im LEH einführen möchte, sollte sich deshalb professionelle Unterstützung holen.

Markthalle Aschaffenburg: Gastro im Supermarkt



Gibt es weitere Schwierigkeiten?
Niedrigfrequenzzeiten sind ein Thema. Frühstücks- und Mittagszeit können gut bespielt werden, nachmittags und abends wird es eher schwierig. Das wirkt sich auf die Flächenproduktivität aus, wenn 50 Prozent der Zeit die Plätze nicht belegt sind.

Welche Chancen sich für Supermärkte ergeben und warum sich LEH und Gastro unter einem Dach so schwer tun, lesen Abonnenten in der Titelgeschichte  Titelgeschichte der foodservice Ausgabe November. Noch kein Abo? Nutzen Sie unser Probe-Abo.



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