Seniorenkonzepte

Die Glücks-Fee – Kochen für die Seele

Sabine Westphal (l.) mit ihrer Chefin Mandy Grigo.
Transgourmet
Sabine Westphal (l.) mit ihrer Chefin Mandy Grigo.

Vor vier Jahren startete Berufsneuling Sabine Westphal ihre Karriere. Von der Betreuungshilfe zur Mit-Initiatorin eines preisgekrönten Teilhabe-Konzepts: Kochen für die Seele.

Dieser Text ist ein Exzerpt. Das vollständige Porträt lesen Sie in der Juni-Ausgabe der gv-praxis. Jetzt im E-Paper lesen

Voll ist es in der Küche. Es duftet nach frisch geriebenen Kartoffeln, das Apfelmus köchelt vor sich hin. Links portioniert eine Dame den Teig für die Puffer, die gleich zischend ins heiße Fett gleiten. Am Tisch klappert das Besteck in Vorfreude über dem leeren Teller. "Ohne uns, würden Sie das alles gar nicht schaffen?", kommt eine Stimme von links.

Sabine Westphal ist in ihrem Element – dirigiert, gibt Ratschläge, wendet Kartoffelpuffer, lauscht der Anekdote über zu großzügig geschälte Kartoffeln anno 1949. Gleich machen sich 17 Senioren über ihre knusprigen Eigenkreationen her. "Diese Kochgruppe ist alles in einem: Erinnerungsarbeit, Mobilitätstraining für die Hände, Gesprächsanlass, Emotionen und hellwache Sinne – und: Wertschätzung!" Allen diesen Aspekten zu ihrem Recht zu verhelfen, beherrscht Sabine Westphal von Natur aus. In perfekter Ergänzung mit ihrer jungen Chefin – "ein echter digital Native" – ist sie der Soziale Dienst in der Seniorenresidenz Belia in Schalke für 80 Senioren in vier Wohnbereichen.

Gemeinsames Kochen muss pausieren

Immer donnerstags nimmt die leidenschaftliche Hobbyköchin 12 bis 18 Begeisterte mit auf eine aktiv-kreative Sinnesreise. Eigentlich. Derzeit ist davon nichts übrig. Die wohnbereichsübergreifenden Aktivitäten sind Opfer der Corona-Pandemie: Erst seit Kurzem wieder eingeschränkte Besuche, kein gemeinsames Kochen. "Bis jetzt haben wir keinen Covid-19-Fall," ist Sabine Westphal sichtlich froh.


In dieser ersten von mittlerweile neun Belia Seniorenresidenzen hat Sabine Westphal ihr zweites Glück gefunden. Ziemlich spät, sagt sie. "2012 starb mein Lebensgefährte nach über 30 gemeinsamen Jahren plötzlich und ich musste neu anfangen." Mit 53 kämpft sie sich durch die trägen Mühlen des Jobcenters, durch alle Härten einer Krebserkrankung, zurück in ein anspruchsvolles Berufsleben. Nun ist sie 60 geworden und empfindet den harten Weg als Bereicherung. 
Über Sabine Westphal
Sabine Westphal studierte Biologie in Bochum und Münster, folgt dann jedoch ihrer Berufung und engagiert sich in der Pflege älterer Menschen und im Krankenhaus. Mit Mitte 50 qualifiziert sie sich zur Betreuungskraft und Alltagsbegleiterin und arbeitet seit Mai 2016 in der neu gegründeten Belia Seniorenresidenz Schalke. Seit 2018 ist sie dort Fachkraft im Sozialen Dienst. 2019 wurde die Einrichtung im  Wettbewerb „Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor“ ausgezeichnet.

Im kompletten Porträt lesen Sie unter anderem, wie Covid-19 das Leben in der Belia Residenz einschränkt und wie die "Botschafterin emotionaler Genuss" Sabine Westphal in ihrer neuen Rolle aufgeht. Jetzt im E-Paper lesen
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