Mitchells & Butlers / Bernd Riegger

Geheimnisse eines stabilen Führungs-Teams (Teil III)

„Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit hatte, die Marke Alex zu dem Big Player in Deutschland zu entwickeln, die sie heute ist – mit dem gleichen Management-Team, das von Anfang an dabei war“, betont Bernd Riegger, Geschäftsführung, Mitchells & Butlers.
Mitchells & Butlers/Alexandra Repp
„Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit hatte, die Marke Alex zu dem Big Player in Deutschland zu entwickeln, die sie heute ist – mit dem gleichen Management-Team, das von Anfang an dabei war“, betont Bernd Riegger, Geschäftsführung, Mitchells & Butlers.

Vor allem auf den oberen Management-Ebenen wechseln die Führungsmitarbeiter aus verschiedenen Gründen. Mitchells & Butlers Germany beweist, dass ein Management-Team stabil sein kann: Seit 1999 ist die siebenköpfige Führungsmannschaft nahezu unverändert. Bernd Riegger, Leiter der Geschäftsführung, zu den "Dos & Dont’s" eines guten Führungsverständnisses. Hier Teil III unseres großen FOOD SERVICE-Interviews.

Bernd Riegger und seine sechs Führungsteam-Mitglieder halten das sehr erfolgreiche Unternehmen auf Kurs: Der Netto-Umsatz 2018 beträgt laut foodservice Top 100 Ranking 95,1 Mio. Euro bei 43 Units. Hier geht es zu Teil I und Teil II des Interviews.

Wie pflegen Sie den Draht zu den Mitarbeitern, holen sie ins Boot und begeistern auch sie für die gemeinsame Sache?
Wir fahren im Unternehmen sehr gut mit der "Du-Policy". Wirklich alle Kollegen halten sich daran und alle werden mit dem Vornamen und "Du" angesprochen. So bin ich für alle der Bernd, das weiß der Kellner ebenso wie der Management-Mitarbeiter. Zudem pflegen wir in unserer Zentrale erfolgreich eine Open-Door-Policy. Unsere Türen werden nur bei persönlichen Gesprächen mit Mitarbeitern geschlossen. Außerdem wichtig: unsere Up & Down-Kommunikation. Jeder kann und darf und soll mit jedem sprechen, ungeachtet irgendwelcher Führungsebenen. Daraus resultiert ein großer Teil der Motivation.
Täglich verbringe ich eine gewisse Zeit in einem Alex-Betrieb, ebenso meine Führungsteam-Kollegen. Zwei Gründe sprechen für diese Besuche vor Ort: Ich beobachte unsere Gäste, registriere ob sie sich wohl fühlen, wie der Service funktioniert und so fort. Und ich unterhalte mich mit den Mitarbeitern. Da passiert es tatsächlich häufig, dass die Mitarbeiter mit Problemen, Vorschlägen und Ideen zu mir kommen. Sogar mit familiären Anliegen.
„Meinungsdifferenzen zu haben ist gut! Das muss sein. Es ist wichtig, dass man diese zulässt.“
Bernd Riegger, Leiter Geschäftsführung, Mitchells & Butlers Germany

Was ist der Antrieb des Führungsteams, wo holen Sie sich Inspiration?
Natürlich holen wir uns Ideen von außen, schauen etwa in Großbritannien, in Frankreich oder sonst wo, was gerade aktuell ist. Im Juni sind wir beispielsweise mit unseren Betriebsleitern, die 20 Jahre dabei sind, nach Barcelona gefahren und haben uns dort die Benchmarks angeschaut. Auch im Siebener-Gremium sind wir regelmäßig unterwegs, haben uns gerade in England neue Ideen geholt. Wir wissen schließlich auch nicht alles, sondern müssen immer über den Tellerrand schauen. Zudem haben wir als Teil einer Aktiengesellschaft den nicht unerheblichen Druck aus Großbritannien, dass wir unsere Leistung immer aufs Neue steigern und mehr bringen müssen.
Täglich verbringen Bernd Riegger und seine sechs Managementteam-Kollegen eine gewisse Zeit in einem Alex-Betrieb, um zu erfühlen, wie die Gäste "ticken" und um mit den Mitarbeitern vor Ort zu kommunizieren.
Mitchells & Butlers/Alexandra Repp
Täglich verbringen Bernd Riegger und seine sechs Managementteam-Kollegen eine gewisse Zeit in einem Alex-Betrieb, um zu erfühlen, wie die Gäste "ticken" und um mit den Mitarbeitern vor Ort zu kommunizieren.

Über Bernd Riegger
Seit Übernahme der Alex-Kette durch den britischen Multi-Konzept-Player Mitchells & Butlers 1999 ist Bernd Riegger als Geschäftsführer für das deutsche Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden verantwortlich. 2018 verantwortete er ein Wachstum von 2,2 Prozent bei Mitchells & Butlers Germany – ein Brutto-Umsatz  von 113,2 Mio. Euro (Vj. 110,8 Mio. €), erzielt mit 40 Alex- und 3 Brasserie-Betrieben hierzulande.  Zum 40-jährigen Firmenjubiläum (2017) bei Mitchells und Butlers Germany betont der Südschwarzwälder: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit hatte, die Marke Alex zu dem Big Player in Deutschland zu entwickeln, die sie heute ist – mit dem gleichen Management-Team, das von Anfang an dabei war.“ 2019 begleitete Riegger die Einführung des neuen Steakhaus-Konzeptes Miller & Carter in Deutschland. Der vierfache Vater definiert sich selbst als Genussmenschen und leidenschaftlichen Jogger.

Ist ein gewisses Maß an Konkurrenz und Meinungsdifferenzen innerhalb von Führungsteams wichtig und förderlich für die Weiterentwicklung oder eher schlecht für das große Ganze?
Meinungsdifferenzen zu haben ist gut! Das muss sein. Und es ist wichtig, dass man diese zulässt. Diskussionen dürfen nie unterdrückt werden, das heißt, niemand in der Gruppe darf Angst haben, etwas anzusprechen, das ihm auf der Seele brennt. Gegenüber meinen sechs Führungskollegen sehe ich mich als Moderator, der dafür Sorge trägt, dass jeder mit seiner individuellen Expertise zum Tragen kommt. Das funktioniert nicht zuletzt darum so gut, weil ich eher der Generalist unter Spezialisten bin. Gleichzeitig muss es eine gesunde Konkurrenz unter uns geben, falsche Rücksichtnahme ist nicht angesagt, wenn wir weiterkommen wollen.
Über Mitchells & Butlers
Mitchells & Butlers plc., 1898 gegründet, definiert sich als führender Betreiber von Pubs und Restaurants in Großbritannien (rund 1.700 Outlets, u.a. Marken wie All Bar One, Miller & Carter, Vintage Inn, Toby Carvery). 2018 (Stichtag 29.9.) erzielte das Unternehmen 2,15 Mrd. Britische Pfund Jahres-Umsatz. 1999 wurde das deutsche Freizeitgastronomie-Konzept Alex übernommen. Für das Management und die Expansion ist Mitchells & Butlers Germany, Wiesbaden, mit Geschäftsführer Bernd Riegger verantwortlich. Neu hinzu kamen hierzulande seitdem das „Brasserie“- und das neue „Miller & Carter Steakhouse“-Konzept. 2018 erlöste Mitchells & Butlers Germany (Stichtag 31.12.) laut foodservice Top 100 Ranking mit 43 Units einen Netto-Umsatz von 95,1 Mio. Euro. 2019 wurden drei neue Betriebe eröffnet, derzeit (Stand 31.10) sind 42 Alex, 3 Brasserien und 1 Miller & Carter Steakhaus am Start.


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