Interview Joachim Rehkämper

So will Vapiano wieder auf die Beine kommen

Joachim Rehkämper ist Vice President Germany bei Vapiano.
Vapiano
Joachim Rehkämper ist Vice President Germany bei Vapiano.

Joachim Rehkämper bekleidet seit Oktober 2019 bei Vapiano die neu geschaffene Position des Vice President Germany. Boris Tomic sprach mit ihm über die ersten Wochen im neuen Job

Dieses Interview erschien zunächst in der Dezember-Ausgabe der foodservice.
FOOD SERVICE: Im Zuge der Umstrukturierung wurde die Position des Deutschlandschefs bei Vapiano erst im vergangenen Jahr abgebaut – nun gibt es den Job wieder und Sie machen ihn. Warum die Kehrtwende?
Joachim Rehkämper: Diese Position hat ein umfassenderes Aufgabenfeld als der bisherige General Manager Germany, nämlich neben Verantwortung des operativen Geschäfts auch die der unterstützenden Funktionen in den Bereichen Operations Support, Marketing, Training und Supply Chain. Infolgedessen wurde die bisherige Funktion des General Managers abgeschafft.

Wieviele Restaurants der momentan 230 weltweit sind aktuell in Deutschland? Wieviele davon stehen zur Disposition?
Aktuell betreibt Vapiano 80 Restaurants in Deutschland. Die Überprüfung unseres Restaurantportfolios ist ein kontinuierlicher Prozess. In diesem Zusammenhang stehen derzeit vier Restaurants zur Disposition.

Es gibt eine ganze Reihe von erfolgreichen Vapiano Restaurants – welche Umsatzmarke muss ein erfolgreicher Laden bringen?
Eine pauschale Aussage lässt sich hier nur schwer treffen, da sich die Flächen und auch die Standorte der Restaurants und somit die Höhe der Mietaufwendungen innerhalb des Portfolios stark unterscheiden. Als grober Richtwert können Sie von einem Nettoumsatz von mehr als zwei Millionen Euro ausgehen. Wir arbeiten derzeit an einem neuen Restauranttyp, der bereits mit deutlich weniger Umsatz erfolgreich betrieben werden kann.


Sie verantworten auch die Bereiche Aus- und Weiterbildung und Logistik. Welche Prozesse haben Sie hier bereits angeschoben?
Wir haben unser Trainingskonzept neu aufgestellt und jeder Region in Deutschland einen verantwortlichen Trainer zugeordnet. Wir versprechen uns hiervon wesentlich effektivere Mitarbeitertrainings, da die Regionalleiter diese Schulungskapazitäten nun direkt nach ihrem Bedarf einsetzen können. Um das Gästeerlebnis noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen, haben wir eine neue Kampagne in den Restaurants gestartet, die über einen Zeitraum von sechs Monaten läuft.

Was tut sich in Sachen Guest-Relation und Prozessbeschleunigung? Gibt es hier erste Erfolge? Und wenn ja, wie kommen die zustanden?
Für den im Januar geplanten Relaunch unserer Speisekarte legen wir einen besonderen Fokus auf die weitere Verkürzung der Kochzeiten unserer frisch zubereiteten Gerichte, wodurch sich die Servicezeit für den Kunden spürbar verbessern wird. Zudem läuft gerade ein Pilotprojekt, indem wir die Küchenlogistik in einem Restaurant so aufgestellt haben, dass unsere Gäste zentral an einem Punkt bestellen können und mit Hilfe eines Buzzers an ihrem Platz benachrichtigt werden, wenn ihr Gericht fertig ist. Selbstverständlich können Gerichte gemeinsam bestellt werden, auch wenn es sich beispielsweise um Pasta, Pizza und Salat handelt, die dann zeitgleich an einem Pick-Up Point abgeholt werden können. Der Pilot des neuen Systems wird im Januar auf ein weiteres Restaurant ausgeweitet. Das bisherige Feedback unserer Gäste zur neuen Küchenlogistik ist mehr als positiv und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Wer ist Joachim Rehkämper?
Joachim Rehkämper ist ein erfahrener Franchiser von Vapiano – er leitet zusammen mit seiner Frau Dijana in Münster zwei und in Osnabrück ein sehr profitables Vapiano-Restaurant. Rehkämper ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Bereits in 2005 unterschrieb er einen Franchise-Vertrag mit Vapiano und startete im März 2007 sein erstes Restaurant in der Innenstadt von Münster.


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