Wachstum

7 Fragen an die Bona’me-Gründerin

Gemeinsam mit ihren Geschwistern steuert Yasemin Dogan das Unternehmen und die Marke Bona'me.
Bona'me
Gemeinsam mit ihren Geschwistern steuert Yasemin Dogan das Unternehmen und die Marke Bona'me.

Das kurdisch-türkische Konzept Bona’me hat seinen Ursprung in Köln. 2009 eröffnete Yasemin Dogan gemeinsam mit ihren Brüdern Hüseyin und Ceyhun die erste Unit der Fast-Casual-Formel. Etwas später stieß auch Schwester Munise dazu. Heute zählt Bona’me fünf Standorte, drei weitere Eröffnungen stehen fest. 

 
FOOD SERVICE: Was hat sich verändert seit dem Start von Bona’me 2009 in Köln?
Yasemin Dogan: System und Grundidee sind unverrückbar: Bona’me steht dafür, den Gast in „unserem Haus“ (so die deutsche Übersetzung von Bona’me) Willkommen zu heißen und mit einem tollen Wohlbefinden zu verabschieden.
Das Sortiment wurde behutsam weiter entwickelt, ohne komplett verändert worden zu sein. Ein größerer Sprung war die Ausweitung des erstmals in Hamburg getesteten neuen Frühstückskonzepts, das eine erfreuliche Steigerung der Nachfrage beim Frühstück ausgelöst hat.
Was Look und Größe betrifft, so wurde die Restaurantfläche im Verhältnis zum ersten Restaurant größer. Von 350 Quadratmetern Gastraum mit 130 Plätzen ging es hoch auf jetzt mindestens 500 Quadratmeter mit mindestens 200 Plätzen. Der Look wurde differenzierter. Wir haben zunächst bestimmte wiederkehrende gestalterische Elemente definiert und eingeführt: gemalte Portraits von Mama und Papa, Schildkrötenmann, orientalische Lampen  etc. Bewusst  haben wir die Entscheidung getroffen, uns lediglich auf ein paar Kernelemente in jedem Restaurant zu beschränken. Ansonsten soll aber jedes Restaurant Design auf die Fläche zugeschnitten sein und daher auch optisch ein Unikat sein.


Über Bona’me
Zehn Jahre nach dem Start in Köln nimmt das Wachstum der türkisch-kurdischen Fast-Casual-Formel Bona’me Fahrt auf. Im August eröffneten die Geschwister Dogan ihren fünften Standort in Hannover. Für die kommenden zwölf Monate stehen Eröffnungen in Dortmund (Herbst 2019), Frankfurt und Düsseldorf (Mitte 2020) an.  Gewachsen ist das Konzept seit der Gründung nicht nur in puncto Unit-Zahl. Auch die Standortgröße orientiert sich nach oben. Mit etwa 200 Plätzen im Innenraum und 200 weiteren im Außenbereich ist das Hannoveraner Bona’me ein echtes Schwergewicht. Als erster Franchise-Standort markiert die niedersächsische Dependance den nächsten Step in der Marken-Entwicklung. Der Durchschnittsbon liegt je nach Standort zwischen 15,50 € und 17,50 €.



Alle Bona’me-Restaurants bewegen sich ab 200 Plätzen aufwärts. Ist auch ein kleineres Format denkbar?

Theoretisch ja, im Augenblick nicht auf der Agenda. Eine kleinere bona’me Version wurde schon öfters erwogen und auch schon einmal geplant, aber bisher nicht umsetzt, weil die jetzige Größe sehr gut funktioniert und noch weiter in Deutschland expandiert werden soll.
 
Sharing und Levante-Küche liegen aktuell absolut im Trend. Wie nutzen Sie die Gunst der Stunde?
Die Nachfrage nach unserem Angebot war von Anfang an sehr gut, weil wir, ohne es so geplant haben, im Jahr 2009 mit dem orientalischen Angebot in eine „Lücke“ gestoßen sind. Insofern kommt der (aus meiner Sicht etwas später eingetretene) Levante-Trend uns natürlich sehr entgegen und hat uns bei der Entwicklung des Geschäfts sehr geholfen. Es gibt aber natürlich auch Herausforderungen
„Wir sehen uns zwar als eine Art Vorreiter. Weil aber die „Verfolger“ nicht schlafen und immer wieder Wettbewerber hinzukommen, müssen wir uns ständig um Verbesserung und Veränderung bemühen, ohne unseren orientalischen Fokus zu verändern.“
Yasemin Dogan

 
Wie kann die kulinarische Weiterentwicklung einer traditionellen Küche aussehen?
Bei uns stehen aktuell zwei Gerichte auf der Bestseller-Liste, die das Traditionelle mit aktuellen Trends verbinden:  „Nan û Köfte“ und  „Beyti Avocado-Lamm“. Beides sind Gerichte, die unseren aktuellen Gaumen -Vorlieben gerecht werden. Die Hauptidee kommt aus der klassischen orientalischen Küche und wurde mit aktuellen Food-Trend wie Avocado oder Burger vereint.
 

Bona'me: Nummer 5 in Hannover



Was zeichnet den jüngsten Standort in Hannover aus?
Ein noch einmal fortentwickeltes Design und unsere Premiere im Franchising. Es ist psychologisch ein großer Schritt, das „eigene Baby“ nicht selbst zu hegen und pflegen, sondern erstmalig einem Franchise-Partner anzuvertrauen. Es ist ein bisschen so, wie das eigene Kind zum ersten Mal alleine in die Schule zu schicken, nachdem man es vorher immer gefahren hat.
 
Worauf achten Sie bei der Standort-Auswahl?
Die Stadt muss zum Konzept passen – urban und multikulturell. Das Gebäude solle ein „Hingucker“ sein, an dem das Auge hängenbleibt. Egal ob hypermodern mit  vielen Glasflächen, wie beispielweise in Köln Deutz oder Frankfurt ab nächstem Jahr, oder ein klassisch, wie in Aachen oder Hamburg, wo wir Backsteingebäude bezogen haben. Die Fläche sollte eine ausreichende Deckenhöhe haben, weil nur so das Design wirklich gut zur Geltung kommt. Wichtig ist natürlich auch die Gästefrequenz, weswegen wir nach City-Lagen suchen.
 
Welche weiteren Städte stehen auf Ihrer Agenda?
Wenn alles nach Plan läuft, werden wir Anfang November in Dortmund eröffnen und Mitte 2020 in Düsseldorf und Frankfurt.

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