37. Internationales Foodservice Forum

Lernen von den Start-ups - und Empathie!

Moderator Axel Weber befragte die Start-up-Macher Christian Hamerle und Max Kochen nach ihren Strategien.
Thomas Fedra
Moderator Axel Weber befragte die Start-up-Macher Christian Hamerle und Max Kochen nach ihren Strategien.

Lernen von den Start-ups, lautete das Motto der nachmittäglichen finalen Session des 37. Internationalen Foodservice Forums im Mehr! Theater in Hamburg. Mit Beets & Roots und der Data Kitchen standen zwei junge Berliner auf der Bühne. Zum Abschluss des Tages lieferte Expertain Sabine Hübner wichtige Learnings zum Thema ‚Service‘.

„Wir wollten die beste Salatbar der Welt machen“, fasste Max Kochen, Gründer des Bowls-Konzepts Beets & Roots. „Aber ohne Dogmatik. Und außergewöhnlich.“ Bei der Konzipierung des innovativen Konzepts ging es den Gründern nicht nur um zeitgemäßes Food und unverwechselbares Store Design, sondern von Anfang an stand auch der Einsatz neuer technologischer Möglichkeiten im Zentrum der Überlegungen zu einer Omnichannel-Strategie. So liegt der Delivery-Anteil - auch dank einer auf das Liefergeschäft angestimmten Ladengestaltung - zwischen 25 und 35 % des Umsatzes.

Internorga: Impressionen - Internationales Foodservice-Forum 2018


 


Auch um die Wartezeiten beim In-Store-Geschäft und der Optimierung und Individualisierung der Produkte sowie das Informationsmanagement von Nährwert- und Zutatenangaben nutzen die Macher moderne Technik-Lösungen. „Unsere wichtigsten Learnings: Fokussierung auf die Kernkompetenzen und immer wieder Kommunikation mit dem Gast sind unerlässlich.“



Christian Hamerle schafft in der Data Kitchen Entschleunigung für zeitknappe Gäste
Thomas Fedra
Christian Hamerle schafft in der Data Kitchen Entschleunigung für zeitknappe Gäste
Noch wichtiger ist das Digitale in der Berliner Data Kitchen, die Christian Hamerle vorstellte. Das Konzept - Teil des Berliner Sitzes des Softwaregiganten SAP - löst die Probleme der zeitknappen Büroarbeiter, die in der Mittagspause schnell und hochwertig essen wollen. „Wir haben uns gefragt: Wie können wir diesen Gästen gleichzeitig eine Form der Entschleunigung zu verschaffen?“ Bestellt und bezahlt wird in der Data Kitchen via App - vorab und für eine bestimmte Uhrzeit, sodass die Küche auf den Punkt planen kann. Kommt der Gast ins Restaurant, wartet sein Essen in einer digitalen Food Wall. „Slow Food aus dem Automaten“, erklärte Hamerle.

„„How to humanize digitalisation?“ “
Christian Hamerle
„Erst war ich sehr skeptisch, aber dann hab ich verstanden: Wir schenken den Gästen Zeit.“ Ohne klassisches Service-Personal, „aber wir haben aus Zahlkellnern wieder Gastgeber gemacht. Bei uns herrscht mittags keine Hektik, sondern Wohnzimmeratmosphäre.“ Ziel ist außerdem, der Food Wall beizubringen, wie viele Zutaten grammgenau am Tag verbraucht wurden. 


Wie lernt man Empathie? Serviceexpertin Sabine Hübner erklärte es.
Thomas Fedra
Wie lernt man Empathie? Serviceexpertin Sabine Hübner erklärte es.
Da die Technik den Menschen aber gerade in unserer Branche nicht komplett ersetzen soll, war auch das Interesse am letzten Vortrag des Tages: Service-Expertin Sabine Hübner richtete den Blick auf die persönliche Dienstleistung, die auch in Zukunft neben den digitalen Kontakten eine wichtige Rolle spielen werden. „Wenn wir insgesamt weniger persönliche Kontakte haben, geht es mehr denn je um Begegnungsqualität. Die Bedürfnisse der Menschen nach Wertschätzung und Empathie werden sich nicht ändern.“

„Wahrnehmung ist eine Frage des Trainings“
Sabine Hübner

Empathie und das richtige Fingerspitzengefühl im passenden Moment könne man lernen. „Es gibt vier Stufen: Konzentration, Wahrnehmung, Kreativität und Mut. Alle vier können wir beeinflussen.“ Gelebte Servicekultur ist die Summe der Geschichten, die jemand erzählt. „Schreiben Sie Geschichten mit Menschenmomenten.“


Viele Geschichten nehmen hoffentlich auch die rund 2.500 Teilnehmer des 37. Forums mit in ihren beruflichen Alltag. Das nächste, 38. Internationale Foodservice Forum, findet statt am 14. März 2019.

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