3G-Regel in der Gemeinschaftsgastronomie

"Die Impfquote ist sehr hoch"

Seit de, 23. November müssen Beschäftigte nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona-Viren getestet sind, bevor sie ihren Arbeitsplatz aufsuchen dürfen.
IMAGO / Sven Simon
Seit de, 23. November müssen Beschäftigte nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona-Viren getestet sind, bevor sie ihren Arbeitsplatz aufsuchen dürfen.

Mit Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes gilt seit dem 24. November 2021 die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Wer Büro, Küche oder Restaurant betreten will, muss geimpft, genesen oder tagesaktuell negativ getestet sein. gv-praxis hat nachgefragt beim Deutschen Institut für Gemeinschaftsgastronomie und in Studierendenwerken. Wie wird die Regel umgesetzt? Welche Herausforderungen birgt sie?

Sylvia Kobus, Abteilungsleiterin PR & IT des Studentenwerks Frankfurt am Main "MainSWerk", sieht die politische Entscheidung für 3G am Arbeitsplatz positiv: "Ein Schritt in Richtung Normalität. Das tägliche Testen erhöht die Sicherheit. Sofern der 'Druck der täglichen Testung' eine höhere Impfquote erreicht, könnten die derzeit extrem hohen Infektionszahlen reduziert werden."

Besser geimpft oder genesen

Zur Umsetzung der 3G-Regel in der Hochschulgastronomie erläutert sie: "Das Studentenwerk stellt pro Woche zwei Corona-Tests zur freiwilligen Testung für Geimpfte und Genesene zur Verfügung." Der Impf- oder Genesenenstatus werde einzeln nach Datenschutzrichtlinien abgefragt. Arbeitsausfälle befürchtet die Pressesprecherin nicht: "Die Impfquote unter den Beschäftigten ist sehr hoch, wodurch der Ausfall gegebenenfalls nicht über dem durchschnittlichen Krankenstand liegen sollte."

Doch betont sie auch: Da 3G für alle verpflichtend sei, müssten Mitarbeiter, die sich nicht im Testzentrum testen lassen oder das Testergebnis nicht zur täglichen Dokumentation vorlegen, mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Das Studierendenwerk Hamburg habe seit Pandemiebeginn schnell und umfassend wichtige Infektionsschutzmaßnahmen für Beschäftigte und Kunden auf den Weg gebracht, erläutert Geschäftsführer Jürgen Allemeyer: "Wir haben frühzeitig für Impfungen geworben und zu diesen informiert. Außerdem haben wir im Sommer sehr zügig Impfangebote für unsere Beschäftigten bereitgestellt, insbesondere für alle jene mit Kundenkontakt und die in Bereichen tätig sind, die kein Homeoffice erlauben." Dennoch habe die aktuelle 3G-Regelung am Arbeitsplatz viele Fragestellungen und organisatorische Herausforderungen mit sich gebracht, die kurzfristig geklärt werden mussten. "Mit einer Impfquote von über 90 Prozent bei unseren Beschäftigten in der Hochschulgastronomie, ist diese für uns aber trotz vieler dezentraler Standorte und Jobs, die nur in Präsenz möglich sind, gut umsetzbar."

Zum Testen werden Beschäftigte an externe Testzentren verwiesen. Wer die Auflagen nicht erfülle, könne nicht eingesetzt werden und bleibe folglich ohne Lohn-Fortzahlung zuhause, heißt es konsequent im Studierendenwerk Hamburg. So habe die neue Impfnachweispflicht einige noch Ungeimpfte motiviert, sich impfen zu lassen, berichtet Frauke Richter, Qualitätsmanagement Hochschulgastronomie im Studierendenwerk: "Die kurzfristige Umsetzung der 3G-Regelung ist aufgrund der hohen Impfquote für unsere Hochschulgastronomie trotz der vielen dezentralen Standorte in ganz Hamburg dennoch gut umsetzbar. Ich begrüße die Regelung sehr, da wir keine Möglichkeit haben, unsere Mitarbeiter:innen ins Homeoffice zu schicken und der Nachweis des 3G-Status ein Baustein mehr für mehr Sicherheit ist."

Hoher Arbeitsschutz im Business-Catering

"Selbstverständlich werden alle Mitglieder des DIG zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter im Rahmen der geforderten Arbeitsschutzmaßnahmen die 3G-Regelungen umsetzen", betont Thomas Walter, Gastronomiechef der R + V in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsgastronomie (DIG). "Auch diese Hürden werden wir meistern."

Die Herausforderungen der Umsetzung seien jedoch vielschichtig, da die Betriebe etwa in den Segmenten Chemie, Automobil, Medienunternehmen, Bank und Versicherung beheimatet sind und daher individuelle organisatorische Lösungen gefordert seien. "Gerade die kürzlich beschlossenen Homeoffice-Regelungen werden die Nutzung der gastronomischen Einrichtungen erneut in den nächsten Wochen bei den Gastronomie-Kollegen reduzieren." Zu erwarten seien dann gegebenenfalls erneut individuelle Lösungen wie Home-Delivery oder Paketservice, die von den Kunden verstärkt nachgefragt werden könnten.

Thomas Walter betont: "Die gesamte Catering-Branche ist erneut gefordert mit Kreativität und Durchhaltevermögen den kommenden Monaten zu begegnen und an den vier Megathemen der Zukunft intensiv weiterzuarbeiten:

  • Nachhaltigkeit
  • Digitalisierung
  • Fachkräftemangel
  • Geschäftsmodelle der Zukunft

"Das DIG ruft daher dazu auf, sich mit den Kollegen der Branche weiterhin zu vernetzten, gegenseitig zu unterstützen, voneinander zu lernen und zu motivieren", schließt das DIG-Vorstandsmitglied mit einem Appell des Zusammenhalts.


Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats