45 Jahre gv-praxis

"Von Anfang an eine Erfolgsstory"


Gründete die gv-praxis: Klaus Kottmeier.
TW Klein
Gründete die gv-praxis: Klaus Kottmeier.

1973. Sonntagsfahrverbot wegen der Ölkrise. Erstmals Trikotwerbung in der Bundesliga. Helmut Kohl wird zum Vorsitzenden der CDU gewählt. Henry Kissinger wird US-Außenminister – und Klaus Kottmeier gründet die gv-praxis.

Ein Meilenstein für die dfv Mediengruppe war im Jahre 1973 die Gründung der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis, erinnert sich Klaus Kottmeier, damaliger Verlagsleiter der Lebensmittel Zeitung und heutiger Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Ich verantwortete Anfang der 70er Jahre unter anderen die Lebensmittel Zeitung und die Tiefkühl-Praxis. Letztere hatte sich in ihrer Entwicklung als unbefriedigend erwiesen – sowohl konzeptionell als auch kaufmännisch.“ Tiefkühlkost war damals mehrheitlich ein Thema des Handels. Kottmeier: „Aber unsere Kompetenz nutzten wir, um den schon existierenden Kantinenmarkt – unterstützt mit eigener Marktforschung – als Leserzielgruppe zu gewinnen.“

Image im Keller

Seinerzeit befand sich die Branche in einer wichtigen Phase, sich das Negativimage vom „Kantinenfraß“ abzustreifen. Unter der Ägide Kottmeiers entwickelte sich aus dem Großverbraucher-Titel der Einstieg in eine bis dato neue Verlagssparte: Außer-Haus-Markt. „Damit ist der Titel so etwas wie die Mutter aller Gastro-Blätter im Verlag, von foodservice bis AHGZ samt ihren vielen Aktivitäten.“ Heißt: Die gv-praxis gilt als wegweisend für das Verlagshaus. Klaus Kottmeier weiter: „Bis zum heutigen Tage habe ich zur gv-praxis eine besondere Beziehung. “

Die erste Ausgabe der gv-praxis erschien im Januar 1973.
gv-praxis
Die erste Ausgabe der gv-praxis erschien im Januar 1973.

Vordenker der Branche

Zur Erfolgsstory der gv-praxis, die erstmals im Januar 1973 erscheint, gehört, dass der Titel trotz vieler Wettbewerbsblätter wie das Catering Journal aus dem Stand heraus erfolgreich war und auf Anhieb von der Branche akzeptiert wurde. Kottmeier, langjähriger Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlages, erinnert sich gern an den Macher der ersten Stunde: „Ohne den damaligen Chefredakteur Axel Bohl mit seinem ausgeprägten Gespür für Qualitätsjournalismus wäre das Zeitschriftenkonzept nie so schnell erfolgreich gewesen.“ Bohl habe sich als Vordenker der Branche begriffen und mit großem Aufwand die Blattentwicklung vorangetrieben.

Zwei wichtige Experten

Zu den Säulen des Erfolgs gehörte auch die Einbindung von namhaften Experten wie Ober-Ing. Willi Schwebel, der mit seinen technischen Arbeitsblättern Monat für Monat der Großküchen-Branche wichtige und wertvolle Basisinformationen aus Planung und Großküchentechnik zur Verfügung stellte. Sie gelten bis heute als Grundlage für die moderne Küchenplanung. Auch Prof. Dr. Lutz Bertling, bekannter Lebensmittelkontrolleur, zählte Jahrzehnte zu den Eckpfeilern des fachlichen Konzepts. Beide Experten prägten durch Referate und Beiträge enorm das fachliche Kompetenzprofil des Blattes. Schon im Oktober 1974 erfolgte die Gründung des Vereins „Deutsches Institut für Gemeinschaftsverpflegung“ in Berlin. „Wir beide – Axel Bohl und ich – hatten das Gefühl, schon früh dem Blatt eine neutrale Branchenbasis zur Seite zu stellen, trotz oder gerade wegen einer Vielzahl von Vereinigungen und Verbänden.“

Top-Branchenevents

Neben dieser Erfolgsgeschichte einer unabhängigen Branchenplattform wurde im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten geradezu mustergültig die Kommunikationsleistung durch namhafte Veranstaltungen wie zum Beispiel dasInternationale Management-Forum (IMF), Branchenpreise wie der Frankfurter Preis der Gemeinschaftsgastronomie und die gemeinsame Online-Plattform Food Service erweitert. „Es gehört zu unserem Verständnis und Auftrag“, so Kottmeier weiter, „anerkannte Plattformen zu entwickeln, um den fachlichen Austausch von Lesern und Kunden zu begleiten.“

Guter Fachjournalismus bleibt wichtig

Und wie bewertet der heutige Aufsichtsratschef der dfv Mediengruppe die weitere Zukunft der gv-praxis? „Guter Journalismus“ und „unabhängige fachliche Informationen“ sind für ihn das Erfolgsrezept – auch im Internet-Zeitalter. Eine Medienkrise wie bei den Publikumsmedien sieht er für gut gemachte Fachinformationen nicht. „Die Welt ist unübersichtlicher geworden, die Zukunft des eigenen beruflichen Umfelds unsicherer. Die Gründe, unsere Zeitungen und Zeitschriften zu lesen, unsere digitalen Inhalte zu nutzen und zu unseren Kongressen zu gehen, sind für unsere Zielgruppen existenziell.“

 



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