9. Internorga-Forum Schulcatering

Wer Qualität will, muss qualifizieren


Brennt für die Sache: Prof. Dr. Stephanie Hagspihl wünscht sich mehr Leidenschaft für die Schulmahlzeit bei Praktikern wie Politikern.
Thomas Fedra
Brennt für die Sache: Prof. Dr. Stephanie Hagspihl wünscht sich mehr Leidenschaft für die Schulmahlzeit bei Praktikern wie Politikern.

Wie viel darf eine gute Schulmahlzeit kosten? Was ist los in Deutschlands Schulmensen? Antworten erhielten rund 300 Interessierte aus Praxis und Verwaltung auf dem ausgebuchten 9. Internorga-Forum Schulcatering am 19. März in Hamburg.

Unter dem Motto "Preisdiktat statt gesunder Genuss" präsentierten sieben Referenten Fakten, Praxisbeispiele und Ideen zum Schulmarkt. Moderiert wurde das Forum der Hamburg Messe und der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis von Redakteurin und Schulcatering-Expertin Claudia Zilz.


Was besseres Schulessen tatsächlich kosten könnte, präsentierte Dr. M. Ernestine Tecklenburg von der DGE  anhand der unter ihrer Leitung erarbeiteten KuPS-Studie. Die Schlüsse der Leiterin des Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung ganz reduziert: Je mehr Kinder und Jugendliche mitessen, desto günstiger die Portion, desto größer die Chance, hochwertige Lebensmittel zu verwenden.

Wie das klappt, weiß Bertold Kohm als erfolgreicher GV-Betriebsleiter der Servicegesellschaft Nordbaden in Wiesloch. Die Vortragsfrage "Schulessen günstig und gesund – geht das?" beantwortet er mit Ja. Er schafft den Balanceakt zwischen Kosten und Anspruch unter anderem mit guten Rahmenbedingungen, optimierten Prozessen und geringstem Foodwaste durch aufs Gramm abgewogene Portionen. Die gesparte Zeit und das Geld fließen in Arbeits- und Lebensmittelqualität.

9. Internorga-Forum Schulcatering: Ideen und Impulse für die Zukunft


Lebhaft wurde es im Talk mit Eva-Maria Lambeck und Rolf Hoppe. Sie stellten den neuen Verband Deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) vor. Die bio-erfahrenen Schulverpfleger riefen dazu auf, gemeinsame Anliegen künftig mit vereinten Kräften gegenüber Institutionen und Politik durchzusetzen. Ihre ersten Ansätze: Mehrwertsteuer runter, Bildung und Caterer an einen Tisch. Wie man "grüne Konzepte für die Mensa von morgen" entwickelt, vermittelte der Gründer des Beratungsunternehmens A’verdis in Münster, Rainer Roehl, anhand der "5 Big Points": weniger und besseres Fleisch, Bio-Lebensmittel, Ressourcen schonen, effiziente Prozesse sowie gezielte Förderung mit Geld und Know-how.

Gut ausbilden und begeistern

Den fünften Big Point veranschaulichte die Oecotrophologin Prof. Dr. Stephanie Hagspihl von der Hochschule Fulda mit erschreckenden Fakten. Obwohl sich die Zahl der Azubi-Stellen für Köche seit 2006 halbiert hat, werden von 100 freien Stellen nur 18 dauerhaft besetzt. "Solange wir jeden Cent dreimal umdrehen müssen, sind uns die Hände gebunden", so Hagspihl.

Querdenken und mutig sein

"Brechen Sie aus!", lautet denn auch der Aufruf des Magiers, Mentalisten und Gedankenkünstlers Jakob Lipp. Er fordert befreites Querdenken, um neue Lösungen für hartnäckige alte und kommende Probleme zu finden. "Seien Sie mutig, unlogisch und experimentierfreudig!", feuerte er an und warnte davor, sich von Fehlern den Garaus machen zu lassen.



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