Augustinum

Pilotbetrieb für Lebensmittelrettung

Einer der Pilotbetriebe: das Augustinum München-Neufriedenheim.
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Einer der Pilotbetriebe: das Augustinum München-Neufriedenheim.

Die Münchner Augustinum Gruppe wird Pilotbetrieb im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Am Standort München-Neufriedenheim arbeitet der führende Anbieter von Seniorenresidenzen daran, wie Gemeinschaftsgastronomen die Menge der weggeworfenen Lebensmittel reduzieren können.

Man sei stolz, das Bundesministerium bei dem Projekt zu unterstützen, so Christoph Specht, Geschäftsführer des Augustinum. „Lebensmittelverschwendung geht uns alle an: Sie schadet der Umwelt und verursacht gesamtgesellschaftlich hohe Kosten“, unterstreicht Specht. Ende 2018 wurde das Augustinum Mitglied beim Verein „United against Waste e.V.“, der sich gegen Lebensmittelabfälle engagiert. „Darüber kam die Regierung auf uns zu, ob wir uns nicht als Pilotbetrieb zur Verfügung stellen möchten", erläutert Specht. Man habe sofort zugesagt.

Abfälle sollen halbiert werden

Die Bundesrepublik sowie alle EU-Länder haben sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Damit ist das Augustinum Teil der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen, die Hunger und jede Form der Fehlernährung bekämpfen soll. Die Teilnehmer der „Nationalen Strategie“ wollen freiwillige Maßnahmen erarbeiten, mit denen beispielsweise Restaurants, Betriebsrestaurants und Krankenhäuser die Menge der weggeworfenen Lebensmittel reduzieren können. Auch Erzeuger, verarbeitende Betriebe und Verbrauchervertreter sollen Maßnahmen entwickeln.

Offizieller Start im Mai

Das Augustinum ist schon in der Umsetzung: Das Restaurant für Bewohner und das Casino für Mitarbeitende der Residenz München-Neufriedenheim, der Klinik Augustinum München und der Zentralverwaltung der Augustinum Gruppe sind ab 6. Mai Pilotbetrieb. Zunächst wird vier Wochen lang gemessen, wie viel Abfall in welchem der vier Bereiche anfällt: Lagerung, Produktion, Portionsgröße oder Zubereitung. Danach werden gemeinsam mit Vertretern von BMEL, der Naturschutzorganisation WWF und anderen Teilnehmern der „Nationalen Strategie“ passgenaue Maßnahmen erarbeitet. Die Maßnahmen wolle man sofort umsetzen und in erster Reihe testen, wie Lebensmittelabfälle reduziert werden können, erklärt Specht.

Ein Drittel landet im Müll

Lebensmittelabfälle sind global ein riesiges Problem: Studien besagen, dass weltweit ein Drittel bis die Hälfte aller produzierten Lebensmittel im Müll landen. Allein in Deutschland wirft jeder Bürger rund 82 Kilogramm Essen pro Jahr weg. Insgesamt wandern hierzulande 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Das fresse Ackerfläche, verbrauche Wasser und lasse Tonnen klimaschädliches CO₂ entstehen. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen komme letztlich allen zu Gute: der Umwelt und den Verbrauchern, ist Specht überzeugt. Durch nachhaltiges Wirtschaften würden zudem Mittel frei, mit denen das Augustinum künftig noch stärker auf Regionalität setzen oder etwa in Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter investieren könne.

Ergebnisse kommen 2021

Die Ergebnisse der „Nationalen Strategie“, die auch in mehreren Dialogforen besprochen werden, will das Ministerium im Jahr 2021 vorstellen.

Über die Augustinum Gruppe
Das Augustinum ist nach eigenen Angaben mit seinen bundesweit 23 Residenzen Marktführer im gehobenen Seniorenwohnen. Weitere Unternehmensbereiche der Augustinum Gruppe sind zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, die Klinik Augustinum München sowie die Pädagogischen Einrichtungen mit Frühförderstellen, Tages-, Werks- und Wohnstätten sowie Schulen und Internaten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und Mehrfachbehinderung, Hörschädigung und besonderem Förderbedarf. Das Augustinum ist gemeinnützig und Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche.



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