BMEL-Dialogforum

Foodwaste halbieren bis 2030

Mit 11 Pilotbetrieben aus der Klinik- und Betriebsgastronomie sowie Hotellerie arbeitet das BMEL an Strategien, um Foodwaste in der Außer-Haus-Verpflegung zu reduzieren.
IMAGO / Bildgehege
Mit 11 Pilotbetrieben aus der Klinik- und Betriebsgastronomie sowie Hotellerie arbeitet das BMEL an Strategien, um Foodwaste in der Außer-Haus-Verpflegung zu reduzieren.

Bis zum Jahr 2025 soll die Verschwendung von Lebensmitteln um 30 Prozent reduziert werden, bis 2030 endlich um die Hälfte. Dies besagt eine gemeinsame Zielvereinbarung der Teilnehmer am ersten "Dialogforum zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung" des Bundesernährungsministeriums.

Dies besagt eine gemeinsame Pressemitteilung von FH Münster, Institut für Nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft (INL), United Against Waste und WWF Deutschland mit den Teilnehmenden am Dialogforum.

Nach zwei Jahren hat das "Dialogforum zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung" als erstes von fünf vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgesetzten Dialogforen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung seine Arbeit abgeschlossen. In der verabschiedeten Zielvereinbarung erklären sich die Unterzeichnenden bereit, die Foodwaste-Menge bis 2025 um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Die Vereinbarung umfasst die gemeinschaftsgastronomischen Segmente Business, Care und Education sowie auch Hotels.

Starke Breitenwirkung angepeilt

„Um Lebensmittelabfälle zu reduzieren, ist der Bereich der Außer-Haus-Verpflegung ein entscheidender Multiplikator“
Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung
In den Modellbetrieben sei es bereits gelungen, durchschnittlich ein Viertel weniger Lebensmittel wegzuwerfen, resümierte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zum Abschluss des Dialogforums. Ein Erfolg, so die Ministerin, für mehr Wertschätzung, gesenkte Kosten und ein Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. 
Modellbetriebe

Care

  • Augustinum Neufriedenheim, Augustinum Service Gesellschaft mbH, 
  • Zentralküche Duisburg, Klüh Catering GmbH 
  • St. Elisabeth-Gruppe GmbH Katholische Kliniken-Ruhr
  • Evangelische Stiftung Clus, Sodexo 

Betriebsrestaurant

  • Deutscher Bundestag, Dussmann Service Deutschland GmbH
  • Eurest Regensburg, Compass Group Deutschland GmbH
  • RTL-Mediengruppe Köln, L&D GmbH  
  • L&T Lengermann & Trieschmann GmbH & Co. KG, Apetito AG 
  • LEAG, ISS Energy Services GmbH

Tourismus

  • H4 Hotel Leipzig, H-Hotels AG 
  • Iberotel Boltenhagen und Dorfhotel Boltenhagen, Tui Group
Die Zielvereinbarung regelt Zuständigkeiten, Aufgaben und Maßnahmen sowohl für das BMEL als auch für die verschiedenen Verbände, die den Außer-Haus-Bereich abbilden. Dazu gehören der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), der Verband der Köche Deutschlands (VKD), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Berufsverband der Hauswirtschaft, der Berufsverband Oecotrophologie (VDOE) und der Deutsche Franchise Verband e.V.

Unternehmen in der Pflicht

Bundesministerin Julia Klöckner und Dehoga Bundesverbands-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges in der Betriebsgaststätte der EKBO in Berlin-Friedrichshain im Rahmen des "Zu gut für die Tonne-Preises" 2021.
IMAGO / Political-Moments
Bundesministerin Julia Klöckner und Dehoga Bundesverbands-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges in der Betriebsgaststätte der EKBO in Berlin-Friedrichshain im Rahmen des "Zu gut für die Tonne-Preises" 2021.
Darüber hinaus enthält die Zielvereinbarung eine gesonderte Beteiligungserklärung explizit an Unternehmen gerichtet. Darin erklären sie, die Anforderungen von der Messung der Lebensmittelabfälle im Betrieb über die Umsetzung und Dokumentation bis hin zu Maßnahmen zur Schulung der Mitarbeitenden zu erfüllen. Die beschlossenen Mindestanforderungen sollen sowohl für kleine als auch große gastronomische Einrichtungen umsetzbar und anwendbar sein. Wie zum Beispiel die erhobenen Daten bereitgestellt werden sollen, erläutert ein ausführliches Handbuch.
Über das Dialogforum

Das Dialogforum startete im Februar 2019. Es ist Teil der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und wurde vom WWF Deutschland koordiniert. Projektpartner sind United Against Waste e. V., die FH Münster und das Institut für Nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft e. V. (INL). Am Dialogforum nahmen mehr als 150 Teilnehmende aus Politik und Verwaltung, Verbänden, Unternehmen, Wissenschaft & Zivilgesellschaft teil. Vertreten waren Unternehmen unterschiedlicher Größen sowie ein Querschnitt aus den verschiedenen Bereichen der Außer-Haus-Verpflegung (z.B. Betriebsgastronomie, Krankenhaus, Hotels).

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