Anti-Foodwaste-Vereinbarung

Wirtschaftsvertreter verpflichten sich freiwillig

Mit der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen hat sich die internationale Staatengemeinschaft zu dem Ziel bekannt, bis zum Jahr 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.
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Mit der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen hat sich die internationale Staatengemeinschaft zu dem Ziel bekannt, bis zum Jahr 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat gemeinsam mit Vertretern der Lebensmittelbranche mehr Engagement gegen Foodwaste vereinbart. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette sollen Verluste wirksam reduziert werden. Auch die Verbraucher werden mit in die Verantwortung genommen.

Wirtschaft und Ministerium haben die Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen unterzeichnet. Sie soll die Basis sein, um gemeinsam die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung umzusetzen.

Alle in der Pflicht

Zu den Unterzeichnern gehört der Lebensmittelverband Deutschland. Dessen Präsident, Philipp Hengstenberg, erklärt: "Die einzelnen Branchen der Lebensmittelwirtschaft werden in den sektorspezifischen Dialogforen gemeinsam mit weiteren Stakeholdern geeignete Lösungsansätze erarbeiten." Zudem fordert er, dass die betroffenen Bundesministerien prüfen, welche Auswirkungen neue oder bestehende Gesetze auf das Entstehen zusätzlicher Lebensmittelabfälle beziehungsweise Lebensmittelverluste haben könnten. Im Fokus stünden dabei vermeidbarer Verpackungsmüll auf der einen Seite und Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite.

"Wenn wir den Verpackungsanteil reduzieren, könnte der Anteil der weggeworfenen Lebensmittel steigen, weil die Haltbarkeit verkürzt wird", äußert er Bedenken. Außerdem betont Hengstenberg, müssten Verbraucher besser aufgeklärt werden, da auch in privaten Haushalten zu viel weggeworfen werde. Durch bewusstes Einkaufen, richtiges Lagern und den richtigen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum könnte viel Foodwaste vermieden werden.

Unterzeichner der freiwilligen Vereinbarung sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, der Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie, der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, das Deutsche Tiefkühlinstitut, der Lebensmittelverband Deutschland und der Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Nationales Dialogforum

In Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Um die Nationale Strategie gegen Foodwaste umzusetzen, hatte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner im November zum 1. Nationalen Dialogforum eingeladen. Einmal im Jahr sollen Vertreter der fünf sektorbezogenen Dialogforen Primärproduktion, Verarbeitung, Handel, Außer-Haus-Verpflegung und Private Haushalte zusammenkommen und Maßnahmen vorstellen, Fortschritte bewerten und gemeinsam Probleme und Lösungen diskutieren. Ergebnisse werden auf der Internetseite www.lebensmittelwertschaetzen.de veröffentlicht.

Die Verpflichtung, die Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren und entlang der Produktions- und Lieferkette zu reduzieren, basiert auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, dem EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft sowie der überarbeiteten EU-Abfallgesetzgebung und knüpft an die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Klimaschutzplan 2050 an.



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