Bonn

Demografie, Digitalisierung ... und 1.000 Teilnehmer

Dicht besetzt - der Plenarsaal in Bonn.
Chefs Culinar
Dicht besetzt - der Plenarsaal in Bonn.

In diesem Jahr stellte das Großhandelsunternehmen Chefs Culinar beim Symposium in der ehemaligen Bundeshauptstadt die unternehmerische Herausforderung der Demografie in den Fokus – das Aufeinandertreffen der Generationen X und Y und die daraus resultierenden Kernfragen: Wer sind unsere zukünftigen Mitarbeiter und Kunden und was wollen sie von uns? Zusammen mit hochkarätigen Branchenexperten wurde dieses Thema lösungsorientiert diskutiert. Die rund 1.000 Teilnehmer kamen aus der Gastronomie- und Hotelleriebranche sowie aus der Gemeinschaftsgastronomie.

Aufgrund der Entscheidung, sich beispielsweise vegan zu ernähren, behalten Jugendliche die Kontrolle über einen gewissen Bereich. Einem Ernährungsstil zu folgen, liefert somit soziale Zugehörigkeit und Orientierung. Und nicht nur das: Ein bestimmtes Essverhalten führt dazu, einen digitalen Fußabdruck in den sozialen Netzwerken zu hinterlassen – denn Essen bietet unzählige Möglichkeiten für coole Fotos! Somit ist eine Abgrenzung von der Masse möglich.

„Wir müssen uns transformieren! Wir müssen lernen, nach neuen Regeln zu leben, denn die Regeln werden derzeit umgestellt!“
Marketingexperte Prof. Dr. Klemens Skibicki

Was der Mensch nicht kennt, will er nicht. Das trifft auch auf die Einstellung vieler Unternehmen gegenüber der Digitalisierung zu. Marketingexperte Prof. Dr. Klemens Skibicki rief in seinem Vortrag dazu auf: "Wir müssen uns transformieren! Wir müssen lernen, nach neuen Regeln zu leben, denn die Regeln werden derzeit umgestellt!"

Das alte Denken ablegen, kein leichter Prozess – und doch bietet ein Umdenken ganz neue Möglichkeiten. Unternehmen müssen nur das nötige Verständnis für Veränderungen aufbringen, dann die Bereitschaft entwickeln, etwas verändern zu wollen, um letztendlich neue Geschäftsprozesse generieren zu können. Um dies zu verdeutlichen, führte Prof. Dr. Klemens Skibicki ein Zitat des britischen Politikers John Maynard Keynes an: "Die Schwierigkeit liegt nicht darin, die neuen Ideen zu finden, sondern darin, die alten loszuwerden."

Wer sind die Generationen?
Noch werden wohl die meisten Unternehmen der Foodservice-Branche von der Generation X geführt – doch ihre Nachfolger stehen schon in den Startlöchern.

Die Generationen Y und Z wachsen im digitalen Zeitalter auf und werden in Zukunft anders arbeiten, anders kommunizieren, anders essen und anders kaufen. Doch wie definiert man eigentlich die verschiedenen Generationen? Und wie lassen sich in Zukunft deren unterschiedliche Vorstellungen vom Berufsleben miteinander vereinen?

Eines vorweg: Natürlich hat jeder Mensch individuelle Werte und Ziele in seinem Leben. Und doch teilt man uns in verschiedene Generationen ein, um die Hauptmerkmale zusammenzufassen; 5 verschiedene gibt es seit dem Geburtenjahrgang 1922:

  • 1922–1955: die Traditionalisten
  • 1955–1969: die Babyboomer
  • 1965–1980: Generation X oder Generation Golf
  • 1980–2000: Generation Y oder die Millennials
  • 1995–2010: Generation Z oder Generation YouTube

Neue Generationen setzen sich immer wieder von der bestehenden ab. Sie lassen sich außerdem nicht immer strikt den einzelnen Jahrgängen zuordnen – die Übergänge sind fließend. Bestimmte Erlebnisse, wie beispielsweise der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit, prägen die Kiindheit und Jugend und nehmen so Einfluss auf den gesamten Geburtsjahrgang.

Jugendliche Dynamik brachte Deutschlands jüngster Unternehmensberater Philipp Riederle in die Vortragsrunde. Mit seinen 23 Jahren hat der Bestsellerautor bereits mit über 300 Unternehmen an deren digitaler Kompetenz gearbeitet. Auf dem Chefs Culinar Symposium erklärte er, was seine Generation von den Arbeitgebern erwartet. "Unsere Generation will arbeiten, wir sind leistungsbereit. Doch wenn wir in ein Unternehmen kommen, das sagt: "Wir haben Digitalisierung verstanden", reicht es nicht, wenn der Chef einfach keine Krawatte mehr trägt." Weiter führt Philipp Riederle an: "Wir sind zwar mit dem Digitalen aufgewachsen, trotzdem leben wir nicht in einer virtuellen Welt, sondern treffen uns im echten Leben, um die digitalen Medien so zu nutzen, dass sie wirklich etwas bringen."

Comedian Matthias Jung bildete den Abschluss als amüsanter Jugend-Experte, der auf humorvolle Weise das Verhalten Heranwachsender erklärte und lehrreiche Tipps gab, wie man mit der nötigen Gelassenheit die Pubertät übersteht.

Hans-Gerd Janssen fand für die informative Veranstaltung die richtigen Schlussworte: "Wer die Zeichen der Zeit und die Bedürfnisse dieser Generation erkennt, kann relativ entspannt in die Zukunft sehen. Der resultierende Effekt, auch für mich, an diesem Tag ist, dass Digitalisierung in erster Linie nicht eine Frage der Technik, sondern eine der Einstellung ist. Und die beginnt bei uns im Kopf – bei jedem einzelnen von uns!"

Symposium: Digitalisierung, Demografie ... und 1.000 Teilnehmer






stats