Branchentalk im Café Future live

Schicksalsfrage Personal


Chefredakteur Boris Tomic im Gespräch mit Mirko Silz und Andrea Belegante (v.l.).
Thomas Fedra
Chefredakteur Boris Tomic im Gespräch mit Mirko Silz und Andrea Belegante (v.l.).

Mit welchen Maßnahmen den Generationen Y und Z Lust auf die Branche gemacht werden kann, verrieten L'Osteria-CEO Mirko Silz und Andrea Belegante Boris Tomic auf dem Café Future live.

Der Fachkräftemangel ist ein Problem, das alle Sparten der Gastronomie betrifft. Alleine in der Systemgastronomie stehen aktuell 5.000 Stellen offen. Bei einem durchschnittlichen Einstiegslohn von 9,25 Euro pro Stunde, kann die Branche mit anderen Gewerben wie etwa dem Lebensmitteleinzelhandel aktuell nicht mithalten. Auch die anhaltende Attraktivität eines Studiums verringert, laut Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes für Systemgastronomie, die Anzahl an potenziellen Bewerbern. 

Mirko Silz bemühte sich im Gespräch mit foodservice-Chefredakteur Boris Tomic trotzdem darum, das negative Image der Gastronomie zu relativieren. "In Deutschland wird Gastronomie immer noch schlecht geredet. Dabei haben wir heute insgesamt mehr Beschäftigte als noch vor 10 Jahren. Gerade die jüngeren Generationen Y und Z haben wieder Bock auf Gastro. Das sehen wir auch bei unseren Mitarbeitern."

Work-Life-Balance zentral

Für Silz reicht für zufriedene Mitarbeiter nicht nur ein guter Lohn, auch die Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben durch bessere Arbeitspläne ist entscheidend. Mit einem Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche und anderen Maßnahmen versucht L'Osteria seine Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Kandidaten anzuziehen.

Knapp 90 Prozent von rund 2.100 Befragten L'Osteria-Mitarbeitern gaben an, einen attraktiven Arbeitgeber zu haben. Rund 81 Prozent sind gleichzeitig stolz, für die Marke zu arbeiten. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Münchner Italo-Konzept unter seinen Mitarbeitern durchgeführt hat. 

Einsatz wertschätzen

Auch der Bundesverband für Systemgastronomie setzt auf Wertschätzung, beispielsweise durch die Ausbildungsmeisterschaft "Teamcup der Systemgastronomie": An dem Wettbewerb beteiligten sich in diesem Jahr knapp 30 Marken. "Wir brauchen für unsere Branche einfach mehr Öffentlichkeit", bilanziert Andrea Belegante. "Um mehr Fachkräfte für die Branche zu begeistern, haben wir den Studiengang Management für Systemgastronomie an der Staatlichen Akademie in Plauen ins Leben gerufen." Für ein "Problem erkannt, Gefahr gebannt" reicht es noch lange nicht. Die Devise lautet gemäß L'Osteria-CEO Silz: Nicht jammern, machen!

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