Care-Studie (II)

Effizienz weiter rauf

Laut der aktuellen Care-Studie korreliert die Speisenqualität in Krankenhäusern nicht unbedingt mit dem Kostenaufwand beim Lebensmitteleinkauf.
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Laut der aktuellen Care-Studie korreliert die Speisenqualität in Krankenhäusern nicht unbedingt mit dem Kostenaufwand beim Lebensmitteleinkauf.

Das Speisenangebot für Patienten hat sich als Synonym für schlechtes Essen in den Köpfen festgesetzt. Wer in die Klinik muss, erwartet wenig. In Teil 2 der DKI-Studie analysiert Experte Ekkehart Lehmann, ob tatsächlich die Kosten den Geschmack mindern.

Dies ist ein Exzerpt. Der vollständige Beitrag erschien in der März-Ausgabe der gv-praxis. Jetzt im E-Paper lesen
Als die ARD am 14. Januar einen Beitrag mit dem Titel "Schlechtes Krankenhausessen" im Mittagsmagazin sendete, bezog sie sich auf die aktuelle Care-Studie. Sie führte die rückläufigen Kosten für das Krankenhausessen als Beleg dafür an, dass das Essen immer schlechter werde. Tatsächlich lässt sich die Entwicklung der Kosten anhand der aktuellen Care-Studie über die vergangenen 13 Jahre gut nachvollziehen.


Die Gesamtkosten je Beköstigungstag (BKT) sind im beobachteten Zeitraum nominal von 12,83 Euro in 2005 auf 14,02 Euro in 2018 gestiegen. Ein Plus von rund 9 Prozent. Parallel ist jedoch das allgemeine Preisniveau inflationsbedingt um 20,3 Prozent gestiegen. Das heißt: Die Kostenaufwendungen in der Patientenverpflegung sind faktisch unterproportional gestiegen. Dies verdeutlicht den enormen Kosteneffekt, der in der Krankenhausverpflegung in den vergangenen Jahren realisiert wurde. Interessant zu beobachten ist die Entwicklung der beiden Hauptkostenbestandteile der Verpflegung: Waren und Personal. Sie sollen hier näher betrachten werden.

Betrugen die mittleren Warenkosten je BKT im Jahr 2005 noch 4,45 Euro, waren es im Jahr 2018 inzwischen 5,14 Euro – dies entspricht einer nominalen Steigerung um rund 15 Prozent. Im selben Zeitraum ist jedoch das Preisniveau für Lebensmittel um rund 34 Prozent gestiegen. Das heißt, zu den Kosten von 2005 würde der Warenkorb von 2018 nur 3,84 Euro kosten, was einem Rückgang der Lebensmittelkosten um rund 14 Prozent entspräche.

Wird also an den Lebensmitteln für das Essen im Krankenhaus radikal gespart? Kommen nur noch billigste Produkte auf den Teller? Spielt die Verpflegung bei den in der Zwischenzeit halbierten Liegezeiten keine Rolle mehr? Ist der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser so groß, dass das Geld nicht mehr für "ordentliches Essen" reicht?

Diese Vermutung bestätigt sich nicht in der Praxis. Die Marktbeobachtung zeigt, dass die Qualität der Speisen zuletzt eher gestiegen ist. Natürlich gibt es auch weiterhin abschreckende Beispiele und nur selten wird Patientenessen hohen gastronomischen Ansprüchen gerecht. Die wesentlichen Gründe für die reduzierten Gesamtkosten liegen jedoch nicht in einer schlechteren Qualität, sondern vielmehr in massiven Verbesserungen der Prozesse zwischen Küche, Station und Patient. Wie mehr Effizienz die Qualität des Essens verbessern kann, lesen gv-praxis-Abonnenten im März-Heft im vollständigen Artikel . Noch kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo.
Über die Care-Studie
Die Care Studie wird regelmäßig von der K&P Consulting und dem Deutschen Krankenhausinstitut durchgeführt und durch die Klüh Care Management unterstützt. Dabei werden alle Allgemein-Krankenhäuser mit mehr als 80 Betten zu der Art und Weise, wie sie die Patientenverpflegung organisieren, befragt. Im Jahr 2019 haben sich 29 Prozent der 1.300 Krankenhäuser an der Studie beteiligt. Ausgewählte Ergebnisse können online eingesehen werden.



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