Ciao Bella

"Wir arbeiten mit kleinem, täglich wechselndem Sortiment"

Ciao Bella

Seit zwei Jahren verwöhnt das authentisch italienische Fast-Casual-Konzept Ciao Bella Daimler-Mitarbeiter an zwei Unternehmensstandorten. Warum das für Mitarbeiter beiderseits gut ist, und wie es weitergehen könnte, erläutert Ciao-Bella-Geschäftsführer Navid Saidi im Interview.

Wie kommt ein Fast-Casual-Konzept zu einem Store in einer Betriebsgastronomie?
Im Jahr 2014 kam uns zu Ohren, dass es innerhalb der Daimler Werkstore kaum möglich ist, Pizza über Lieferservice zu bestellen. Die Mitarbeiter mussten ihre Pizza am Werkstor selbst entgegen nehmen. So kam uns die Idee, eine Ciao Bella Trattoria auf dem Gelände zu eröffnen. Auch die Vermieterseite fand diesen Gedanken sehr gut. Das Konzept wurde dann 2016 in den Daimler Werken in Sindelfingen und anschließend auch in Untertürkheim umgesetzt. Wir sind überzeugt, dass in jedem größeren Werk eine Trattoria neben der Kantine gut funktionieren kann, weil Pizza/Pasta sehr beliebt ist. Ciao Bella eignet sich hierfür perfekt, da wir das authentisch italienische Gefühl super vermitteln. Nimmt man noch gute italienische Kaffeespezialitäten dazu, kann man wunderbare Co-Working-Plätze für interdisziplinäre Teams innerhalb der Werke oder Büros schaffen.

Welche Anpassungen waren nötig?
Im Wesentlichen zwei: Wir mussten lernen, mit einem kleinen aber dafür täglich wechselnden Sortiment von nur wenigen Gerichten zu arbeiten. Zum anderen war es essenziell, in der Peak-Zeit die Geschwindigkeit so zu erhöhen, dass wir jedem Gast gerecht werden. Um das zu gewährleisten, haben wir beispielsweise die Pizzateig-Rezeptur weiterentwickelt, sodass die Garzeit bei hohem Gastaufkommen stark reduziert werden konnte.

Gab es Vorgaben seitens Daimler?
Wir betreiben neben den beiden Daimler Kantinen auch bei Airbus/Aramark in Hamburg einen Standort. Von beiden bekamen wir die Vorgabe, authentische italienische Küche anzubieten. Dem nachzukommen war für uns nicht besonders schwierig, da das unsere DNA ist. Besonders beliebt sind übrigens in beiden Werken große Pizzen zum Mitnehmen für Abteilungsfeiern oder Geburtstage.

Beziehen Sie Ihre Lebensmittel von den üblichen Ciao-Bella-Lieferanten oder kommen hier die Partner der Betriebsgastronomie ins Spiel ?
Wir nutzen sowohl für Daimler als auch für Airbus unsere gewohnten Lieferanten. Wir wären hier jedoch bei einer größeren Anzahl an Kantinen offen, die Lieferantenstruktur anzupassen.

Ciao Bella bringt authentisch italienische Küche in die Kantine.
Ciao Bella
Ciao Bella bringt authentisch italienische Küche in die Kantine.
Wie groß sind die Teams vor Ort?
Die Teams haben jeweils fünf bis sieben Mitarbeiter. Mit dem geregelten 5-Tages-Betrieb sind die Standorte personell leichter zu besetzen als in den anderen Filialen. Dort wird an sechs oder sieben Tagen pro Woche zum Teil bis spät in die Nacht gearbeitet.

Wie ist die Resonanz in den Werksbetrieben?
Die Resonanz ist wirklich sehr gut! Bei Daimler werten wir aktuell weitere mögliche Standorte für uns aus. Die Kantine bei Airbus läuft auch vom ersten Tag an sehr gut.

Über Ciao-Bella

Aktuell zählt die Marke Ciao Bella 50 Standorte in Deutschland, allein zehn davon in Hamburg. Das Angebot von Ciao Bella umfasst unter anderem hausgemachte Pizzen, unterschiedliche Pasta-Varianten sowie frische Salate. Begonnen hat das Konzept im klassischen QSR-Format. Mittlerweile bieten 90 Prozent der Standorte Full Service an. Eine Ausnahme stellen Kantinen-Standorte in Betrieben (Pizza-Stationen in den Daimler-Werken Untertürkheim und Sindelfingen) dar. Der Expansions-Fokus hat sich von Handels-Standorten Richtung City und Verkehrs-Hubs verlagert.

Haben Sie weitere Pläne in der Gemeinschaftsgastronomie?
Wir sind offen, die Aktivitäten auszubauen und führen hierzu auch im Hintergrund intensive Gespräche für weitere Standorte. Zusätzlich zu Theken innerhalb der Kantinen projektieren wir einen Mini-Freestander für das Werksgelände mit Take-away, Delivery und einigen wenigen Sitzplätzen. Für uns ist es wichtig, die italienische Wohlfühl-Atmosphäre an die Mitarbeiter in den Werken und Büros zu vermitteln, und sei es auch nur bei einem kurzen Espresso an der Theke.

Über Daimler
Daimler in Deutschland, das sind betriebsgastronomisch 13 Standorte mit insgesamt 130 Betriebseinheiten. Davon werden von der eigenen GmbH 96 verantwortlich bewirtschaftet, 34 sind in Caterer-Hand. Mit 103 Mio. Euro Nettoumsatz im Jahr 2018 (Vj. 103 Mio. €) ohne Subventionen belegt das Unternehmen im exklusiven gv-praxis-Ranking Platz 1. Größter Umsatzanteil: die Hauptverpflegung mit 45 Mio. Euro. Im letzten Jahr nutzten 9,6 Millionen Gäste das Mittagsangebot. Davon entfallen 3,91 Millionen auf den Standort Sindelfingen. Externe Systempartner erweitern nach dem Motto "Make & Buy" das gastronomische Angebot.


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