Coronahilfen | Bitkom-Umfrage

Viele Hilfsprogramme, wenig Geldfluss

Bitter nötig: Neben vielen staatlichen Hilfsprogramm, suchen auch Städte und Gemeinden unter anderem der Gastronomie zu helfen.
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Bitter nötig: Neben vielen staatlichen Hilfsprogramm, suchen auch Städte und Gemeinden unter anderem der Gastronomie zu helfen.

Vielfach gibt es beim Antragstellen für Coronahilfen bereits technische Schwierigkeiten. Nur jedes dritte Unternehmen (35 %) sagt, die Hilfen seien schnell angekommen. Dies ergab eine Umfrage des Verbandes Bitkom zu den staatlichen Coronahilfen.

Bund und Länder haben im Laufe der Corona-Pandemie eine Vielzahl von Hilfsprogrammen für die Wirtschaft aufgelegt. Leider verhindert in vielen Fällen der komplizierte Antragsprozess schon den Weg zur dringend benötigten Hilfe. So geben fast zwei Drittel (62 %) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland an, dass sie wegen Corona mindestens eine Form von staatlicher Hilfe beantragt haben, wie zum Beispiel Soforthilfe-Kredite oder vereinfachtes Kurzarbeitergeld. Aber nur knapp die Hälfte (52 %) war insgesamt mit dem Prozess der Beantragung zufrieden.

Nur ein Drittel kam schnell zur Hilfszahlung

92 Prozent beklagen, dass es bei der Antragstellung technische Probleme wie eine zeitweise Nichterreichbarkeit der Website gegeben habe. Immerhin berichtet gut die Hälfte, dass die Anträge ausschließlich digital abgewickelt wurden. Kritisiert wurde von drei Viertel der Antragsteller, dass der Antrag zeitintensiv war. Nur ein Viertel beurteilte das Verfahren als einfach. Und nur jedes dritte Unternehmen (35 %) sagt, die Hilfen seien schnell angekommen.

Die repräsentative Umfrage unter 605 Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern aller Branchen wurde im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt. "Die Corona-Pandemie hat uns die Defizite der vergangenen Jahre und Jahrzehnte bei der Digitalisierung deutlich vor Augen geführt. Gerade in der Verwaltung dominieren vielerorts auch 2020 noch analoge Prozesse", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Wenn die Politik jetzt die Digitalisierung vorantreiben will, muss das insbesondere heißen: Ämter und Behörden wirklich digital aufstellen."

Über die Umfrage
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 605 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Die Fragestellung lautete: "Hat Ihr Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie irgendeine Form von staatlichen Hilfen beantragt?", "Konnten Sie die Corona-Hilfen für Ihr Unternehmen digital beantragen oder mussten Unterlagen ausgedruckt und auf Papier eingereicht werden?" und "Welche der folgenden Aussagen treffen Ihrer Erfahrung nach auf den Ablauf der Beantragung der Corona-Hilfen zu bzw. nicht zu?"
Über Bitkom

1999 gegründet, vertritt der Verband Bikom über 2.700 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, darunter gut 1.000 Mittelständler, über 500 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software und IT-Services an, Telekommunikations- oder Internetdienste und stellen Geräte und Bauteile her für digitale Medien oder die Netzwirtschaft.

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