Coronakrise / Statement Julia Klöckner

Kellner und Köche künftig auf dem Spargelfeld?

Bald könnten Kellner statt Saisonkräfte aus Polen auf dem Spargelfeld arbeiten.
BVEO
Bald könnten Kellner statt Saisonkräfte aus Polen auf dem Spargelfeld arbeiten.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner fordert explizit auch für die Mitarbeiter in Ernährungsbranche und Landwirtschaft eine Notfallbetreuung für die Kinder. Beide Bereiche müssen zur kritischen Infrastruktur gezählt werden und seien systemrelevant, so die CDU-Politikerin in einem aktuellen Statement.

Köche auf dem Gemüseacker

Es drohe zudem ein massiver Mangel an Saisonkräften in der Landwirtschaft aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen. „Das betrifft nicht nur Spargel und Erdbeeren, sondern auch den Gemüsebau. Pflanzenarbeit muss jetzt gemacht werden“, unterstreicht Julia Klöckner.

Verpasste Ernten könne man nicht nachholen und was jetzt nicht in die Erde komme, könne später auch nicht geerntet werden. Wie dieses Problem gelöst werden kann, wird derzeit mit Ressortkollegen geprüft. Ein Vorschlag der Ministerin lautet: „Zum Beispiel könnten geeignete Mitarbeiter, die in der Gastronomie nichts mehr zu tun haben, in der Landwirtschaft anfragen.“ Julia Klöckner denkt hier an regional organisierte Jobbörsen. Denn wer will, solle unbürokratisch mit anpacken und Geld verdienen können. Dies wäre eine Win-win-Situation.

Versorgung gesichert

„Unsere Versorgung in Deutschland mit Lebensmitteln ist gesichert“, betont einmal mehr die Bundesministerin. Die Lieferketten seien weitgehend intakt. Auch die Warenlieferungen aus dem Ausland würden funktionieren, zumal sich die verhängten Beschränkungen nicht auf den Warenverkehr beziehen würden. Die Ministerin unterstützt in diesem Rahmen den Vorschlang der Europäischen Kommission, für LKW gesonderte Fahrspuren einzurichten, damit es an den Grenzen nicht zu langen Wartezeiten kommt.

Gleichzeitig bekräftigt Julia Klöckner den hohen Selbstversorgunggrad bei den folgenden Produkten: Kartoffeln (148%), Käse (126%), Frischmilchprodukte (116%), Getreide (107%) und Schweinfleisch (119%). „Auch die Futterversorgung der Tiere sei gesichert, sodass Fleisch, Wurst und Milch ebenfalls weiter verfügbar sind“, so die Ministerin.

Gastro-Großhandel beliefert Supermärkte

Zudem sei man mit dem Lebensmittelgroßhandel im Gespräch. Dieser hätte signalisiert, im Fall der Fälle auch Supermärkte beliefern zu können, sollte es in Einzelfällen zu Engpässen kommen. Hier stehen laut Ministerium vermehrt Kapazitäten zur Verfügung, da Schulen und Kitas geschlossen sowie viele Kantinen und Restaurants ihren Betrieb eingestellt hätten. Einmal mehr appelliert Julia Klöckner an alle, von Hamsterkäufen abzusehen. „Es ist genug für alle da“, lautet ihre Botschaft.



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