Coronavirus / IFH Studie

Treiber für neues Einkaufsverhalten

Aus Angst vor dem Coronavirus kaufen die Menschen ihre Lebensmittel in Deutschland häufiger online ein.
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Aus Angst vor dem Coronavirus kaufen die Menschen ihre Lebensmittel in Deutschland häufiger online ein.

Aktuelle Berechnungen des IFH Köln belegen: Immer mehr Konsumenten kaufen bewusst online, um den stationären Einkauf zu vermeiden. Der Onlinelebensmittelhandel (OLEH) ist vor allem beim Kauf haltbarer Lebensmittel beliebt – Erkenntnisse, die durch die Ausbreitung des Coronavirus besondere Relevanz erfahren.

52 Prozent der Menschen, die Lebensmittel online beziehen, kaufen derzeit ihre Lebensmittel häufiger online ein als in den vergangenen ein bis zwei Jahren. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie "Lebensmittel online – heute und 2030" des IFH Köln. Oft handele es sich um bewusste Entscheidungen, um den Besuch im Supermarkt zu vermeiden. Vor allem Nudeln, Konserven, Reis wandern bei jenen onlineaffinen Kunden zuerst in den Onlinewarenkorb, also Lebensmittel, die kein Risiko bezüglich Produktqualität beinhalten und sich lange halten.

"Wer aktuell Lebensmittel online bestellen und nach Hause liefern lassen möchte, muss mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Unsicherheit bezüglich des neuartigen Coronavirus bricht das gewohnte Einkaufsverhalten in großem Maße auf und setzt den Onlinelebensmittelhandel für viele Konsumenten in attraktiveres, neues Licht", erläutert Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln, die neue Studie.

Sorge um mangelnde Qualität

Doch wurden für die Studie auch Menschen befragt, die sich auch vor dem Hintergrund des Coronavirus gegen die Nutzung des OLEH entschieden. Diese kaufen nicht online, weil sie Sorge um die Produktquliät haben. Über die Hälfte (53 %) dieser Kundengruppe gab laut Studie zudem an, dass sie zufrieden mit den stationären Einkaufsmöglichkeiten seien und keinen Grund für den Onlinekauf sehen.

Auch die hohen Lieferkosten sind ein Grund für die Befragten, Lebensmittel nicht online zu bestellen. In Anbetracht zunehmender Meldungen rund um das Coronavirus wird neu bewertet: Die Lebensmittellieferung nach Hause ist für viele Konsumenten nicht nur eine bequemere Option für den Wocheneinkauf, sondern laut Studie aktuell auch die gefühlt sicherere Wahl.
IFH Köln

Devise: Risiko minimieren

Der Fokus auf Risikominimieren – gerade beim Kauf von Lebensmitteln – wird auch deutlich, wenn man die Warenkörbe im Zeitverlauf betrachtet: "Konsumenten wählen zuerst haltbare Lebensmittel und Getränke aus, während frische Waren wie Obst und Gemüse sowie Backwaren als letztes ihren Weg in den Onlinewarenkorb finden", heißt es.
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