Gäste-Bindung / Kommunikation

Kontaktpflege via Social Media

Nicht in Schockstarre verharren - dieser Entschluss gab für die beiden Münchner Unternehmerinnen Claudia Trott und Gunilla Hirschberger den Ausschlag eine Kommunikationskampagne ins Leben zu rufen.
Gunilla Hirschberger
Nicht in Schockstarre verharren - dieser Entschluss gab für die beiden Münchner Unternehmerinnen Claudia Trott und Gunilla Hirschberger den Ausschlag eine Kommunikationskampagne ins Leben zu rufen.

Gemeinsam mit Claudia Trott (Schlosscafé im Palmenhaus) hat die Münchner Gastronomin Gunilla Hirschberger nach der Verkündung des zweiten Gastro-Shutdowns kurzerhand eine Kommunikationsstrategie auf die Beine gestellt. Über die Sozialen Medien können Gastronomen mit ihren Gästen in Kontakt bleiben – jede Woche gibt es hierfür ein neues Thema.

Gestartet ist die Kampagne der beiden Münchnerinnen und Dehoga-Vertreterinnen in Lockdown-Woche 1 unter dem Motto: Wir müssen zumachen. Obwohl wir Licht ins Dunkel bringen. Um ihre Bedeutung als sozialer Wärmespender zu untermauern, waren die Gastronomen aufgefordert, ihre Fenster zu beleuchten und mit einem von Hirschberger und Trott designten Plakat auszustatten. Darauf finden die Gäste folgenden Aufruf: Poste ein Foto von dir vor Deinem Lieblingslokal, Lieblingshotel, etc. und veröffentliche dies in Deinen Social-Media-Kanälen mit folgenden Hashtags: #lebensfreude #wirsindsicher #nurmiteuch #zsammhoitn #wirsindmuenchen #bleibt uns treu.
#Wirsindlebensfreude

Ab 9. November – Safety First! Wir sind sicher
In der zweiten Woche stehen die Sicherheitskonzepte der Gastronomen im Fokus: Per Video und Fotos sollen Maßnahmen dokumentiert und in den Sozialen Medien geteilt werden.
Ab 16. November – Wir lieben München.
Aufruf der Woche: Teile deine drei Lieblingstipps für München mit der Community!
Ab 23. November – Wir sind besonders
In der vierten Woche stehen die Besonderheiten des eigenen Betriebs im Rampenlicht. Was macht die Einzigartigkeit des Unternehmens aus?
Ab 30. November – Das sind wir. Menschen in München.
Bevor der Lockdown hoffentlich zu Ende geht, heißt es: Stellt euch vor – wer ihr seid auf Euren Social-Media-Kanälen!

„Die Idee zu der Kommunikationskampagne baut auf unserem festen Entschluss, in diesem zweiten Lockdown nicht in Schockstarre zu verfallen“, erklärt Gunilla Hirschberger, Vorstandsvorsitzende des Frauennetzwerks Foodservice und mehrfache Gastro-Gründerin (Sausalitos, Hans im Glück etc.). „Denn dieses Mal trifft es uns noch härter als im Frühjahr. München ist wie ausgestorben.“ Nach der ersten angeordneten Schließung im März seien alle Unternehmen erstmal damit beschäftigt gewesen, Hygiene-Programme aufzusetzen und Mitarbeiter zu schulen. „Aber jetzt ist bei vielen nur noch eine große Leere da – auch weil man befürchtet, dass viele Betriebe diese zweite Schließung nicht überleben werden.

Viele positive Reaktionen

„In dieser Situation wollen wir uns gegenseitig Mut zusprechen“, sagt Gunilla Hirschberger. Versandt wurden ihre Postervorlagen an die Dehoga-Mitglieder der bayerischen Landeshauptstadt. Auch der Dehoga Bundesverband begrüßt die Initiative der Münchner Gastronominnen und will die Materialien demnächst auf der Webseite des Verbands zur Verfügung stellen. Mit der ersten Woche zeigt sich Hirschberger zufrieden: „Wir haben sehr viele positive Reaktionen bekommen, vor allem die Hashtags kommen gut an. Jeder kann die Ideen ja für sich nutzen, wie er möchte.“

Für den Ausgleich der Corona-bedingten wirtschaftlichen Schäden ihres Unternehmens AML Invest, zu dem in München die Betriebe Little London und Isarflair Event GmbH gehören, kämpfen Gunilla Hirschberger und ihr Mann Thomas auch auf dem Rechtsweg. Bei ihrer Versicherung klagen sie sowohl auf eine Entschädigung für die Umsatzausfälle im Frühjahr als auch die bevorstehenden Ausfälle im laufenden Monat. Ein Gerichtstermin steht im Januar an.

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