Gastro-Immobilen-Kongress

Wird Gastro ein Standbein für Shopping Center?

Jonathan Doughty, Natalia Sobecka, Ken Higman und Mario C. Bauer im Gespräch.
Boris Tomic
Jonathan Doughty, Natalia Sobecka, Ken Higman und Mario C. Bauer im Gespräch.

Mit Essen auch Geld zu verdienen war lange Zeit kein Thema für Betreiber von Shopping Centern - die Kunden sollten ihr Geld in den Textilläden in der Mall lassen. Das gehört der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es ein Umdenken in der Branche. Food ist ein zentrales Thema in Centern - doch welche Gastronomie ist dort eigentlich gefragt?

Beim 3. International Restaurant Real Estate Congress 2018 drehte sich alle um das zentrale Thema. Wie und vor allem welche Gastronomie muss in Shopping Centern der Zukunft angesiedelt werden? Verschiedene Case Studies aus Polen, Österreich und Deutschland weisen den Weg der Center der Zukunft: Hier stimmen als erstes die Rahmenbedingungen, denn die Betreiber sind gegenüber dem Mieter wesentlich flexibler als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Vor allem bei der Vermietung an Start-ups oder kleinere lokale Gastronomen kann man nicht mit den üblichen langen Laufzeiten und hohen Mieten agieren.

Bei einer Panel Diskussion während des Kongresses wurde ebenfalls klar: Einfache Lösungen wird es nicht geben - jeder Standort benötigt eine exakte Analyse, welche Foodkonzepte auf das dort zu erwartende Publikum passen. Und doch gibt es wohl einige Learnings, die allgemeingültig sind. "Standorte in Shopping Centern sind für Gastronomen nicht per se einfacher zu bespielen als die auf der Hauptstraße ", gibt Mario C. Bauer von Aperitivo zu bedenken. Sicher sei tagsüber in der Regel mehr Traffic in den Malls, aber man müsse klar abwägen, ob es auch abends dort ein Geschäft mit einem Restaurant zu holen gäbe. Unterhaltungskonzepte wie Kinos oder Musicalshows wären ein guter Garant dafür, auch in den Abendstunden Gäste zu haben.

Ken Higman und Natalia Sobecka, Repräsentanten von Entwicklungsgesellschaften in Großbritannien und Polen, sind sich einig darüber, dass in Food ein großes Potential steckt. Man müsse sich einfach bewusst darüber sein, dass die Textilläden, die 2000 qm auf 10 Jahre in Centern mieten, immer weniger werden. Daher nimmt Food langsam diesen Platz ein. Doch die Foodcourts der Zukunft müssten im Mix stimmen -  neben den bekannten Ketten in begrenzter Anzahl müssten lokale Restaurants ebenso eingebunden sein wie gerade hochgejubelte Start-up-Konzepte jeglicher Art.

"Nichts ist schlimmer als Langeweile", zieht der ECE-Foodservice-Verantwortliche Jonathan Doughty das Fazit dieses Kongresses. "Malls mit den immer gleichen Kettengastronomen werden keine Zukunft haben, weil der Besucher das Gefühl hat, das alles schon zu kennen."

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