Großer Preis der Gemeinschaftsgastronomie

Frankfurter Preis: Innovation und Unternehmertum

Die glücklichen Preisträger (v.l.): Thomas und Christel Kisters, leonardi, mit Laudator Markus Tust, Soda, und Christoph Maier, leonardi, sowie Ramin Homayouni, St. Elisabeth Gruppe, mit Laudator Stefan Lehmann, Lehmanns Gastronomie.
Thomas Fedra
Die glücklichen Preisträger (v.l.): Thomas und Christel Kisters, leonardi, mit Laudator Markus Tust, Soda, und Christoph Maier, leonardi, sowie Ramin Homayouni, St. Elisabeth Gruppe, mit Laudator Stefan Lehmann, Lehmanns Gastronomie.

Dreifach verlieh in diesem Jahr die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis (dfv Mediengruppe) den "Frankfurter Preis – Großer Preis der deutschen Gemeinschaftsgastronomie". Im Rahmen einer festlichen Gala wurden die Preise am 7. Oktober während der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga in der Kölner Flora vor 300 geladenen Gästen verliehen.

Der Preis honoriert zukunftsweisende konzeptionelle wie unternehmerische und persönliche Leistungen im Markt der Gemeinschaftsgastronomie. Schauplatz der Preisverleihungen war der wunderschön dekorierte Saal des Veranstaltungshauses Flora. Das vielgelobte Dreigänge-Menü komponierte das Küchenteam von Kirberg Catering.
Hier die Preisträger 2019 im Profil.

Innovator im Premium-Catering

Im Segment Business erhielt den LM Preis die leonardi GmbH & Co. KG – Betriebsgastronomie, München. Der regionale Contract Caterer setzt unter Leitung von Thomas Kisters ("Nie sagen, das geht nicht") auf klare Prinzipien in der Zubereitung von Lebensmitteln: kreative Handwerklichkeit, marktfrische Produkte und saisonale wie regionale Angebote. Zu leonardis Innovationen gehören außerdem die eigene Patisserie und Brot nach eigenen Rezepten sowie Kaffee-Eigenröstung und verkaufsstarke Snack-Ideen. Auch im Design der Restaurants bringt sich das Unternehmen ein.

Frankfurter Preis 2019: Festliche Gala in der Kölner Flora




Laudator Markus Tust, Soda, begründet die Jury-Entscheidung: "leonardi stellt der Branche eindrucksvoll unter Beweis, dass es eine profilstarke Nische für preislich gehobenes Qualitätscatering gibt, das Gäste, Kunden und Auftraggeber überzeugt. Damit trägt der Caterer zum positiven Image seiner Auftraggeber wesentlich bei und unterstreicht die wachsende Bedeutung moderner Betriebsgastronomie in Unternehmen."

Kulinarisches Unternehmerdenken in der Klinik

Das Verpflegungsmanagement der St. Elisabeth Gruppe, Herne, wurde im Bereich Care mit dem Frankfurter Preis ausgezeichnet. Zu der dynamisch wachsenden St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr gehören neben fünf Akut-Krankenhäusern und Fachkliniken mit mehr als 1.600 Planbetten, Altenpflegeeinrichtungen, eine Reha, zwei Hospize und sechs Fort- und Weiterbildungseinrichtungen. Ein maßgeblicher Erfolgsbaustein des Verbundes ist sein gastronomisches Angebot mit klarer Qualitätsausrichtung. Die Jury würdigt das gemeinsam mit der Klinikleitung realisierte Verpflegungskonzept – quasi als Gegenmodell zu rein kostenfokussierten Ansätzen. Hier gehört die Wertschätzung von Essen und Trinken zur Unternehmensphilosophie. In seiner Laudatio hob Stefan Lehmann, Lehmanns Gastronomie, hervor: "Die Gruppe setzt mit ihrer Definition moderner Gastronomie ein starkes Ausrufezeichen und unterstreicht, dass die Küche einen wichtigen Beitrag zur Genesung und zum Wohlbefinden der Patienten leistet."

Hoffnung für Gestrandete

Die Jury des Frankfurter Preises 2019 (v.l.): Stefan Lehmann, Dr. Torsten Dickau, Markus Tust, Christiane Pretz, Kurt Krechel, Jörg Rutschke, Harald Fuchs, Andreas Voßmöller, Hans-Gerd Janssen, Markus Gotta und Burkart Schmid.
Thomas Fedra
Die Jury des Frankfurter Preises 2019 (v.l.): Stefan Lehmann, Dr. Torsten Dickau, Markus Tust, Christiane Pretz, Kurt Krechel, Jörg Rutschke, Harald Fuchs, Andreas Voßmöller, Hans-Gerd Janssen, Markus Gotta und Burkart Schmid.
Ein Special Award würdigte das Hamburger Projekt "Refugee Canteen". Ihr Erfinder Benjamin Jürgens beschreibt es als "ein Schulungskonzept, eine Art gastronomische Vorschule für Geflüchtete und Migranten, um so dem akuten Personalmangel in der Branche zu begegnen". Zu dem Angebot gehören 15 Tage Unterricht und vier Wochen Praktikum, um die Teilnehmer auf eine Arbeit oder eine Ausbildung im gastronomischen Umfeld vorzubereiten. Hinzu kommt ein einjähriges Mentoring. Gleichgesinnte leisten diese Ausbildung ehrenamtlich. Der Erfolg: Seit der Gründung 2017 haben rund 120 Geflüchtete aus Eritrea, Syrien, Iran, Mauretanien oder Kenia die sogenannte "Vorschule" absolviert. Mehr als jeder Zweite fand im Anschluss eine Stelle in Gastronomie oder Gemeinschaftsgastronomie. Finanziert wird Refugee Canteen über eine Stiftung. Geschult wird auf einer angemieteten Fläche von 60 Quadratmetern.

Mit dem Frankfurter Preis – Großer Preis der Gemeinschaftsgastronomie zeichnet die Jury "die zukunftsweisende Idee und das Engagement aus, dem Fachkräftemangel in unserer Branche wirkungsvoll zu begegnen", so Laudator Dr. Torsten Dickau, Nestlé Professional. Initiator und Stifter der Auszeichnung ist die dfv Mediengruppe, Frankfurt am Main, unter anderem Herausgeber der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis. Seit 1993 wurden bis heute 43 Unternehmen und Persönlichkeiten der professionellen Gemeinschaftsgastronomie mit dem Frankfurter Preis gewürdigt.

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