HKI-Großküchenforum

Ein- und Ausblicke

Im Dezember diskutierten die Mitglieder des HKI-Industrieverbands über die Potenziale der Generation Z.
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Im Dezember diskutierten die Mitglieder des HKI-Industrieverbands über die Potenziale der Generation Z.

Hersteller, Händler und Profiküchenmanager müssen stärker vom Gast und Kundennutzen her denken. Und: Die Branche muss potenzielle Arbeitsplatz-Bewerber besser abholen. Dies sind die Erkenntnisse des Großküchenforums, zu dem der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik Mitte Dezember ins Internationale Congresscenter Stuttgart eingeladen hatte.

Eine zentrale Fragestellung der Führungskräfte während des Workshops war: Wer sind die Menschen, die meine Fach- und Führungskräfte werden sollen, und wie kann ich sie für meine Aufgaben begeistern? Zahlen und Fakten lieferten Dr. Sven Stadtmüller, Forschungszentrum Demografischer Wandel, und Andrea Oestervoß, Dekra Personaldienste. Stadtmüller machte anhand von Statistiken deutlich, dass das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial in den nächsten 15 bis 20 Jahren auch unter besten Bedingungen wie stabile Geburtenraten und weitere Zuwanderung dramatisch sinken wird. Bis 2060 leben nur noch rund 73 Millionen Menschen in Deutschland, prognostizierte er. Gleichzeitig ziehe es junge Menschen in die hippen Städte, nicht der Hotspot der meisten Produktionsstandorte.

Die typischen Merkmale der Generationen Babyboomer, X, Y und Z stellte Oestervoß gegenüber. Während die Babyboomer bis Geburtsjahrgang Mitte der 1960er Jahre arbeiteten, um zu leben, seien Selbstverwirklichung und -bestätigung für die heutigen Berufsanfänger lebensbestimmend. Wechselfreudig und stets auf der Suche nach dem noch besseren und lukrativeren Job, attestiert sie der Generation Z eine "Führungs- und Verantwortungsphobie". Ein Grund für den grassierenden Fachkräftemangel: Koch, Metaller oder Techniker zu sein, ist sozial kaum anerkannt. Wer die besten Talente gewinnen wolle, müsse angesagt sein und "Recruitainment" per Video auf die Beine stellen. Ein Kennenlerntag mit mehreren Bewerbern zeige beiden Parteien anhand praxistypischer Probearbeiten, worauf sie sich einlassen.

Anwendergerechte Technik gefragt

Es folgte eine Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten und David Jahn, Produktmanager Digitalisierung Rational, Rainer Herrmann, Geschäftsführer M2M Systems, Marc-Oliver Schneider, Gründer des Großküchen-Vernetzungsdienstleisters Kiconn, und Klaus Sczesny, Leiter Verpflegungsmanagement der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Ein Credo lautet: Küchentechnik muss auf den Bedarf der Anwender zugeschnitten sein, anstatt sie mit zu vielen Funktionen zu überfordern. Unisono wurde die Vision formuliert, alle Vernetzungsschnittstellen vollständig herstellerunabhängig umzusetzen. Auch dass Digitalisierung und Automatisierung den Fachkräftemangel nicht ausgleichen können, war unstrittig. Fazit: Man muss junge Menschen mit ihren Stärken und Ansprüchen integrieren. Die neue Arbeit passt nicht in die alten Muster. Digitalisierung werde einerseits zu sehr gehypt und andererseits ängstlich beäugt.

Moderatorin und Trainerin Ursula Hesselmann arbeitete im Workshop heraus: Der Wandel kann nur Schritt für Schritt erfolgen. Erfolgsentscheidend seien dabei interdisziplinäre und generationenübergreifende Kommunikation, die Stärken wertschätzt und Schwächen berücksichtigt.

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