Ideen gegen die Krise

Jetzt bezahlen, später einlösen

Zahlreiche Gutschein-Portale wollen durch die Corona-Krise in Not geratenen Restaurants helfen.
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Zahlreiche Gutschein-Portale wollen durch die Corona-Krise in Not geratenen Restaurants helfen.

Restaurants müssen in Deutschland während der anhaltenden Krise neue Wege finden, Umsätze zu generieren. Viele Unternehmen setzen aktuell auf einen Gutscheinverkauf.

Viele Restaurants sehen im Gutscheinverkauf eine Möglichkeit, in der derzeitigen massiven Krise zumindest kurzfristig etwas Umsatz und Liquidität zu generieren. Und dieses Angebot stößt bei vielen Gästen offenbar auch auf Interesse, dies zeigt zumindest eine aktuelle Umfrage der Daten-Analysten von Yougov.


In der Umfrage wurden 2.035 Menschen zum Thema "Was Verbraucher sich von Unternehmen in der Corona-Krise wünschen" befragt, und 52 Prozent gaben an, sich aktuell mit einem Gutschein-Angebot zufriedenzugeben. Solcherlei Offerten gibt es derzeit viele. Hier ein (unvollständiger) Überblick.

Pay Now, Eat Later

Die Plattform "Pay Now, Eat Later" wurde Mitte März online gestellt, und soll Restaurants Liquidität sichern. So können User hier Gutscheine von registrierten Gastro-Unternehmen im Wert von 10 bis zu 200 Euro erwerben. Betriebe aus der gesamten Bundesrepublik sowie aus der Schweiz, Österreich und Italien nehmen teil.

"Der Betrag hilft Gastronomen und kleinen Unternehmern, ihre laufenden Kosten auch während der Krise zu decken. Sobald die Läden wieder geöffnet haben, löst du deinen Gutschein ein. Viel Spaß!", schreiben die Organisatoren, die mit dieser Seite nach eigenen Angaben selbst kein Geld verdienen.

Long Live The Block

Nach demselben Prinzip funktioniert auch die Kampagne "Long Live The Block", die von der Werbeagentur Antoni ins Leben gerufen wurde. Regionale Restaurants, Cafés und Bars werden hier in den Fokus gerückt. Gastro-Unternehmen registrieren sich auf der Plattform und offerieren Gutscheine für ihre Angebote. Nach der Krise können Kunden die Gutscheine einlösen. Der Service ist kostenlos für Shops und Kunden.

Hilfe Lokal

Auf dem Portal HilfeLokal.de können sich Gastronomen aus der Bundesrepublik unkompliziert registrieren und Gutscheine erstellen lassen. Bei Anmeldung über die Gastro-Plattform www.dish.co oder die Website www.metro.de übernimmt Metro bis Ende Mai die anfallenden Kosten für Registrierung und Provision. Alle anderen bezahlen eine Kostenpauschale von 3,8 Prozent pro verkauftem Gutschein.

Save Your Local Restaurant

Zur Unterstützung der Restaurants spezifischer Regionen haben sich viele lokale und regionale Initiativen gegründet. So gibt es in Südwest-Deutschland etwa die Initiative Save Your Local Restaurant. Auch hier heißt es: "Du kannst dazu beitragen, dein Lieblingsrestaurant oder -café vor der Schließung zu bewahren, indem du jetzt einen Gutschein kaufst, den du dann nach der Krise einlösen kannst." Restaurants aus Saarbrücken, Kaiserslautern, Nürnberg und Erlangen nehmen hier teil.

Please don’t close

Die just lancierte Seite "Please don’t close" unterstützt Gastronomen weltweit. Aus Deutschland nehmen derzeit Restaurants aus Berlin und München teil. Auch hier können sich Gastro-Unternehmen registrieren und angeben, wie sie unterstützt werden möchten. Kunden können etwa "Virtuelles Trinkgeld" geben oder auf gelangen über die Seite auf verlinkte Onlineshops.

Nachteil Gutscheinverkauf

Durch Gutscheine gelingt es Gastro-Unternehmen, Liquidität zu generieren. Jedoch gibt es auch einen kleinen Haken, den es im Hinterkopf zu behalten gilt: So kommen die Einnahmen durch den Gutscheinverkauf zunächst zwar in der Regel zu 100 Prozent beim Restaurant an. Wird der Gutschein nach der Krise eingelöst, berechnet jedoch das Finanzamt die 19 Prozent Mehrwertsteuer.




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