Interview Werner Echsle

Erfolg steigern durch Delegieren

Kennt heute genau die Vorteile des Delegierens und weiß, wie wichtig Vertrauen ist: Bonvita-Gründer Werner Echsle.
Thomas Fedra
Kennt heute genau die Vorteile des Delegierens und weiß, wie wichtig Vertrauen ist: Bonvita-Gründer Werner Echsle.

Mit 50 hat Vollblut-Unternehmer Werner Echsle für einige Zeit das Lauftempo massiv gedrosselt. Von seiner Grenzerfahrung "Vier Wochen Jakobsweg" erzählt der Gründer des Familienunternehmens Bonvita Group in Baden Baden.

Dieser Text ist ein Exzerpt. Das vollständige Interview lesen Sie in der Septemberausgabe der gv-praxis. Jetzt im E-Paper lesen


Herr Echsle, zum 50. Geburtstag haben Sie sich 2014 eine Auszeit geschenkt. Gab es einen weiteren Anlass?
Werner Echsle:
Mit 45 habe ich jemanden im Skiurlaub den klassischen Satz präsentiert: Wenn das so weitergeht, fahre ich die Firma an die Wand. Seine schlichte Antwort: 'Ja, stimmt.' Mir wurde klar, ich muss etwas ändern.

Wie genau?
Als Personalentwickler hat er mich dann regelmäßig gecoacht. Zuerst jeden Monat zwei Stunden. Dann hat jemand anderes übernommen – vier Sitzungen pro Jahr.

Mit welchen Erkenntnissen?
Ich habe zum Beispiel realisiert, dass ich als Chef, der alles kontrolliert, ein unnötiges Nadelöhr im Unternehmen bin. Das hat gebremst, Prozesse verlangsamt. Entscheidungen wurden damit zu drängend und ich habe sie dann zu schnell und manchmal wenig fundiert getroffen. Das führte letztlich auch zu viel zu viel Fluktuation. Gute Leute sind gegangen. Geblieben sind die, die keine große Wahl hatten.

Wie entstand die Idee einer Auszeit?
Ich und mein Team brauchten die Erfahrung, dass es auch anders gehen kann. Ich musste lernen, Verantwortung zu übertragen, meine Stärken zu erkennen und wie ich sie einbringen kann. Andererseits erkennen, welche Aufgaben mir nicht liegen, und sie Spezialisten übertragen. Die Lernstecke: Loslassen und Vertrauen schenken.

Wie haben Sie Ihre Auszeit vorbereitet? Wer hat die Regie übernommen?
Wichtig war mir, dass meine Frau mehr Verantwortung trägt. Während meiner Reise nahm sie meinen Platz ein und hatte das letzte Wort. Seit Beginn des Coachings hatten wir bereits eine vierköpfige Führungsebene aufgebaut.

"Man muss seine Stärken und Schwächen erkennen", Werner Echsle, Gesellschafter der Bonvita Group – 360 Grad Hospitality.
Thomas Fedra
"Man muss seine Stärken und Schwächen erkennen", Werner Echsle, Gesellschafter der Bonvita Group – 360 Grad Hospitality.
Haben sich Ihre Hoffnungen erfüllt?
Ja, heute läuft die Firma in den meisten Bereichen auch ohne mich. Das war ein Ziel. Den Jakobsweg zu gehen, hatte für mich aber auch einen spirituellen Wert.

Und für das Unternehmen?
Vor allem sollten die Mitarbeiter die Chance erhalten, ohne den Kapitän zu sein, der ständig alles bestimmt. Eine Ausbildung als Koch, wie ich sie hatte, schult einen nicht unbedingt in Mitarbeiterführung.

Im vollständigen  Interview erfahren gv-praxis-Abonnenten, wie Werner Echsle seine Auszeit vorbereitet hat und welche Veränderungen ihm mehr Gewinn bei mehr Freizeit bescherten. Noch kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo.

Über Werner Echsle
Schon als Schüler trägt der Gründer der Bonvita Group – 360 Grad Hospitality viel Verantwortung in der elterlichen Gaststätte, die der schwerkranke Vater nicht mehr führen kann. Nach der Kochlehre übernimmt er mit 19 das Zepter zu Hause, entschließt sich jedoch bald für die gehobene Schweizer Gastronomie. Es folgen London als Station und dann das Dehoga-Diplom Hotelbetriebswirt in Heidelberg. Vor seiner Selbstständigkeit arbeitet er zuletzt bei Apetito.

Mein Weg – Losgehen und Ankommen
Über seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg hat Werner Echsle sein persönliches Pilgerbuch geschrieben – inklusive seiner Lebensgeschichte. Das 96-seitige Taschenbuch kann per E-Mail bestellt werden. Es kostet 10 Euro zuzüglich 1,45 Euro für den Versand.



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