Isla Coffee

Guter Kaffee und wenig Müll

Peter Duran und Philipp Reichel wollen mit dem Isla ein neues Modell für die Gastronomie erstellen.
Ben Mönks Online
Peter Duran und Philipp Reichel wollen mit dem Isla ein neues Modell für die Gastronomie erstellen.

Das Isla Coffee in Berlin Neukölln mischt die Gastronomie mit einem innovativen Zero-Waste-Konzept auf – und will zeigen, dass man mit dem, was andere wegwerfen, gutes Geld verdienen kann.

Eins kurz vorneweg. Man kann im Isla sehr guten Kaffee trinken, man kann wunderbar frühstücken und mittagessen, am Wochenende gibt’s einen über die Grenzen des Kiezes beliebten Brunch und abends hin und wieder Dinnerevents mit fünf Gängen und – falls gewünscht – einer Weinbegleitung. Auf den ersten Blick ist das Isla Coffee ein Laden, wie es ihn in Berlin-Neukölln durchaus öfters gibt. 

Doch das ist nur die eine Seite. Denn hier geht es um viel mehr als nur einen weiteren zeitgeistigen Third Wave Coffee Shop. Peter Duran und Philipp Reichel wollen mit dem Isla nicht weniger als ein neues Modell für die Gastronomie erstellen. Ihr Ziel: Zeigen, dass es möglich ist, Geld zu verdienen, indem man nachhaltig wirtschaftet und die Ressourcen schont. Und damit gleich die Branche umkrempeln. Dafür wurden sie jüngst mit dem Gastro-Gründerpreis 2018 ausgezeichnet.

Isla Coffee in Zahlen
Plätze 34, mit Terrasse 50
Preise Essen 4,50-8,50 € / Brunch am Wochenende: 6,50-9,50 €
Gäste/Woche 1000-1200
Durchschnittsbon 6 € unter der Woche, am Wochenende 10 €
Food/Beverage 30/70

Betritt man ihr Café, merkt man schnell: Hausieren gehen sie nicht mit ihrer Geschichte, obwohl es durchaus einiges zu erzählen gibt. Ein Beispiel für das subtile Storytelling ist der Tresen. Der steht nämlich verkehrt herum. "Der Gast soll genau sehen können, wie und womit wir hier arbeiten", erklärt Peter Duran, 31.


Das ist natürlich programmatisch. Wie alles hier. Die Kaffeetassen etwa. Nimmt man eine in die Hand, wundert man sich erst mal: Huch, warum sind die denn so leicht? Die Erklärung: Sie sind nicht aus Porzellan oder Keramik, sondern aus gepresstem Kaffeesatz. Die Kreuzberger Firma Kaffeeform sammelt Kaffeesatz ein – und recycelt ihn, indem sie Geschirr daraus fertigt.


"Ich sehe das wie ein Labor", sagt Peter Duran, der sich um das laufende Geschäft kümmert. Hier wird experimentiert, wie man Müll vermeiden kann und gemäß der Idee der Kreislaufwirtschaft ressourcenschonend wirtschaften kann. 


Weitere clevere Ideen, wie im Isla Coffee Abfallprodukte wieder zu neuem Leben erweckt werden, lesen Kombi- und Digital-Abonennten in der Juli/August-Ausgabe der foodservice. Kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo.

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