IW-Studie

Auch Fleischesser greifen zum Fleischersatz

Vegane Patties vs. Rindfleischpatties
Imago Images / Chromorange
Vegane Patties vs. Rindfleischpatties

Nicht nur Vegetarier und Veganer kaufen hin und wieder pflanzliche Ersatzprodukte, die Fleisch imitieren. Aber: Je weniger Fleisch jemand verzehrt, desto wahrscheinlicher die Offenheit für pflanzliche Alternativen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Für die Auswertung bediente sich das IW der Daten der Umweltbewusstseinsstudie des Umweltbundesamts. 2.000 Personen ab 14 Jahren wurden dazu repräsentativ im Jahr 2018 befragt. Hier setzte das IW die Daten zu eigenem Fleischkonsum und die zum Kauf von und Erfahrung mit Fleischersatzprodukten ins Verhältnis.

Dabei unterscheidet das IW 4 Fleischkonsumtypen:
  • Vegetarier: kein Fleischkonsum, ca. 5 Prozent der Befragten
  • Flexitarier: Fleisch einmal pro Woche oder weniger, ca. 20 Prozent
  • Gelegentliche Fleischesser: 2 bis 3 Mal pro Woche, ca. 40 Prozent
  • Häufige Fleischesser: mindestens 4 Mal pro Woche, ca. 35 Prozent
Ergebnis: Bis zu ein Viertel der Fleischesser haben schon einmal pflanzliche Ersatzprodukte gekauft. Bei den Vegetariern ist die Quote allerdings immer noch deutlich höher: 80 Prozent der Befragten haben bereits entsprechende Produkte gekauft. Weitere Erkenntnis: Je häufiger der Fleischkonsum, desto geringer die Quote der Ersatzproduktkäufer.

IW

Wer nicht probiert hat, bleibt skeptisch

Fast ein Viertel der vom Umweltbundesamt Befragten insgesamt gaben an, dass sie bereits einmal Fleischersatzprodukte gekauft haben. Der überwiegende Anteil (ca. 80 %) derjenigen, die probiert haben, würde auch erneut zu den Produkten greifen. Auch hier ist die Bereitschaft bei den Vegetariern mit knapp 92 Prozent am höchsten. Doch auch mehr als zwei Drittel der Vielfleischesser können sich den zukünftigen Wiederkauf vorstellen. 


Die Kehrseite: Die restlichen 75 Prozent, die die Produkte noch nicht probiert haben, bleiben skeptisch. Nur etwa jeder Zehnte könnte sich vorstellen, die Alternativprodukte überhaupt zu probieren. Wer also bereits einmal die Erfahrung gemacht hat, ist eher offen für diese Veränderung. Wer nicht, eher nicht. Das IW schlussfolgert in seinem Bericht, dass es in Teilen der Bevölkerung durchaus eine gewisse Bereitschaft gibt, seine Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Wie groß diese Teile allerdings wirklich sind, ist unklar.

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